Die Polizei untersuchte am Abend mit Hunden und technischer Ausrüstung die Bereiche im Reaktor, an denen die beiden Männer in den vergangenen Wochen gearbeitet hatten. Ein Sprecher der schwedischen Polizei wollte nicht ausschließen, dass es sich bei der an der Tüte entdeckten Substanz auch um Schmauchspuren eines Gewehrs handeln könne.
Bei der Betreibergesellschaft OKG und dem Hauptaktionär Eon gab man sich gelassen: Der Zwischenfall zeige, dass die strikten Sicherheitsvorkehrungen funktionierten, hieß es.
Es ist nicht der erste Zwischenfall in einem der insgesamt zehn schwedischen Atomreaktoren, aus dem das Land die Hälfte seines Stroms bezieht. 2006 war es in einem Reaktor in Forsmark nördlich von Stockholm zu einem Kurzschluss gekommen. Nur durch die sofortige Notkühlung konnte nach Experteneinschätzung eine Kernschmelze verhindert werden.
Zwei baugleiche Reaktoren in Oskarshamn wurden sicherheitshalber vom Netz genommen, bis die Ursache des Kurzschlusses feststand. Erst nach mehrmonatigen Arbeiten an den betroffenen Siedewasserreaktoren gingen sie wieder ans Netz.
Während die Betreibergesellschaft die Entdeckung der Sprengstoffspuren als Bestätigung für ihre strikten Sicherheitskontrollen sieht, wurde am Donnerstag bekannt, dass die Sicherheitsheitsstandards in Oskarshamn-Werk deutlich geringer sind als in den beiden anderen schwedischen Atomkraftwerken in Forsmark und Ringhals.
Während in Oskarshamn derzeit nur Stichprobenkontrollen beim Passieren des Eingangs vorgenommen werden und insofern die Entdeckung der beiden Männer eher ein Zufall war, werden in den beiden anderen Werken sämtliche Besucher und Mitarbeiter überprüft. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, bis zum 1. Oktober ein entsprechendes System bei uns zu installieren“, räumte ein OKG-Sprecher ein.


