Ende Oktober war der Preis überdurchschnittlich hoch: Für 516 000 Euro hat eine Metallfirma aus Nürnberg den Zuschlag für rund 50 Tonnen Münzschrott aus entwerteter D-Mark erhalten. Das entspricht rund 10 000 Euro pro Tonne. Aus dem Schrott werden Leitungsseile oder Schlüsselrohlinge gefertigt. Allein bei der letzten Ausschreibung hat die Vebeg fünf Lose für gut 1,1 Mill. Euro vergeben. Das Geld fließt in die Kassen des Bundesfinanzministeriums. Unter den Unternehmen, die den Münzschrott verarbeiten, sind auch solche, die die Ronden für die Euro-Münzen herstellen – also die Plättchen, die zur entsprechenden Münze geprägt werden. Das passt zu dem, was Bundesbank-Vorstand Zeitler für die Zukunft hofft: „Wie die D-Mark vom Euro abgelöst wurde, wird die nationale Identität schrittweise von einer europäischen überlagert.“ Nicht auszuschließen also, dass auch Michael Nüsse bald mit einer Euro-Münze zahlt, die aus der ehemaligen D-Mark-Sammlung seines Onkels gegossen wurde.
Herstellung der Münzen
Münzrecht: Das Münzrecht (auch Münzregal) in Deutschland obliegt dem Bundesfinanzministerium. Es darf Münzen prägen und in Umlauf bringen. Die Bundesbank stellt im Auftrag des Ministeriums das Filialnetz und die Logistik zur Verfügung.
Bargeld: Die Produktion des Bargelds ist seit seiner Einführung gestiegen. Im Dezember 1948 waren 6,6 Mrd. DM im Umlauf. Im Juni 1950 waren es schon 8,3 Mrd. – davon erstmals 0,132 Mrd. Münzen. Im Dezember 1999, als der Bargeldbestand an D-Mark seinen höchsten Stand erreichte, waren 15,6 Mrd. Münzen und 255,3 Mrd. Noten im Umlauf.
Prägungen: Von 1948 bis 1996 wurden insgesamt 53,7 Milliarden D-Mark-Münzen geprägt. Die älteste Münze war der Pfennig. Von ihm wurden am meisten Stücke geprägt – nämlich 17,9 Mrd. Stück. Es folgt der Groschen mit 11,7 Mrd. Stück, der wie das Fünf-Pfennig- und das 50-Pfennig-Stück seit 1949 geprägt wurde. 1950 kamen das Zwei-Pfennig-Stück und die D-Mark hinzu. Erst seit 1951 gab es Zwei- und Fünf-D-Mark-Stücke.
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