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15.07.2008 
Las Vegas

„Sex sells“? Von wegen!

von Christian Henkel

Sex-Clubs machen Pleite, Casinos locken mit Sonderangeboten, Moskitos nisten in Swimming-Pools: Das einst krisensichere Las Vegas, bekannt als Welthauptstadt des Überflusses, steckt in einer tiefen Wirtschaftsflaute.

Die alte Weisheit, dass das Zocken keine Konjunkturkrise kennt, gilt nicht mehr. Foto: apLupe

Die alte Weisheit, dass das Zocken keine Konjunkturkrise kennt, gilt nicht mehr. Foto: ap

LAS VEGAS. Das "Mix" Ist geschlossen. Der "Mensa-Club" Hat auch dichtgemacht. Das legendäre "Crazy Horse" Es war einmal. So langsam gehen Dolores Eliades die Konkurrenten aus. Ihr gehört das "Olympic Garden" in Las Vegas, der zweitgrößte Club für "Adult Cabaret" auf der Welt. "Das Geschäft ist auch bei uns schwierig geworden", gibt die 53-Jährige zu.

Die Erotikclub-Branche in Amerikas Spielerparadies, die Kunden mit langbeinigen, knapp bekleideten Tänzerinnen amüsiert, erlebt eine Marktbereinigung. "Innerhalb der nächsten zwölf Monate erwarte ich, dass noch mindestens drei andere große Nachtclubs in die Pleite gehen", sagt Eliades. "Doch meine Mädchen werden die Shows am Leben halten. Wir werden überleben, weil unsere Familie die Immobilien besitzt, weil wir einen guten Namen haben und keine Kredite abbezahlen müssen."

Viel Glück, Madam.

Wachstumsdelle, Banken- und Immobilienkrise, Benzinpreise: Las Vegas, die Welthauptstadt des Überflusses, wird voll erwischt von der US-Wirtschaftsflaute. Die alte Weisheit, dass das Zocken - und damit Las Vegas - keine Konjunkturkrisen kennt, sie gilt nicht mehr.

Nicht nur die Erotikclubs schließen, auch die Bilanzen der Spielindustrie weisen dramatische Verluste aus. Um satte 30 Prozent sind die Umsätze in den vergangenen Wochen gefallen, berichtet "Newsweek". Hotels und Casinos liefern sich einen Preiskrieg und überschwemmen die Besucher mit Billigangeboten und Gratis-Coupons. Der Aktienkurs des "Mirage" und acht anderer Zockertempel fiel zuletzt um über 60 Prozent. Inhaber MGM entließ im Mirage, das allabendlich einen Vulkanausbruch inszeniert, 440 Mitarbeiter.

"Statt vier bleiben die Leute nur noch drei Tage ", sagt Unternehmenssprecher Alan Feldman. "Statt fünf Sterne wählen sie jetzt nur noch vier. Statt in zwei Shows gehen sie jetzt nur noch in eine. Und es wird natürlich auch viel weniger gespielt."

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