Sprit wieder etwas günstiger
Für einen Liter Superbenzin wurden nach Angaben aus der Mineralölbranche vom Montag im Bundesschnitt etwa 1,45 Euro je Liter fällig, Diesel kostete rund 1,34 Euro. Das waren jeweils etwa drei Cent weniger als am Freitag, als Sprit so viel kostete wie nie zuvor. Als Grund für den Rückgang nannten Experten den Wettbewerb auf dem Tankstellenmarkt.
Auch der Ölpreis gab am Montag zunächst nach. Für einen Barrel (159 Liter) zahlten Händler an der New Yorker Rohstoffbörse 95,91 Dollar. Das waren etwa 40 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Mitte vergangener Woche hatte der Preis die Rekordmarke von 98,62 Dollar erreicht. Auch das für Europa wichtige Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich am Handelsplatz in London am Montag etwas und notierte bei knapp unter 93 Dollar.
Als Grund für den Preisverfall nannten Experten unter anderem Aussagen der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC), wonach über eine mögliche Erhöhung der Förderquoten beraten werden solle. Zudem gebe es derzeit keine preistreibenden Meldungen, sagte die Sprecherin des Hamburger Mineralölwirtschaftsverbandes, Barbara Meyer-Bukow.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnte unterdessen vor erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden als Folge der steigenden Energiepreise. DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert forderte in der "Passauer Neuen Presse“ die Bundesregierung zu Gegenmaßnahmen auf: "Wenn der Benzinpreis über 1,80 Euro steigt, muss die Bundesregierung handeln und die Mineralölsteuer senken.“
Auch Öl- und Strompreis könnten sich als Konjunkturkiller entpuppen, sagte die Professorin. Bleibe der Ölpreis über einen längeren Zeitraum über der Marke von 100 Dollar pro Barrel, hätte dies empfindliche Auswirkungen auf die deutsche Volkswirtschaft: "Das könnte beim Bruttoinlandsprodukt ein Minus von 0,4 Prozent bedeuten.“


