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04.10.2004 
Protest der Naturschützer

Südafrika und Namibia dürfen mehr Nashörner und Leoparden jagen

Trophäenjäger dürfen künftig in Südafrika und Namibia mehr Leoparden und auch wieder Nashörner jagen. Beide Staaten setzten sich auf der Konferenz zum Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (CITES) in Bangkok mit ihren Forderungen weitgehend durch.

HB JOHANNESBURG/BANGKOK. Eine Mitarbeiterin des südafrikanischen Umweltministeriums bestätigte der dpa am Montag, dass sie damit jährlich jeweils fünf der seltenen Spitzmaul-Nashörner zur Jagd freigeben dürfen. Südafrika hatte ursprünglich 10 gefordert. Außerdem wurde die Jagdquote für Leoparden in beiden Ländern heraufgesetzt: von 100 auf 250 Tiere in Namibia und von bisher 75 auf 150 in Südafrika.

Tierschützer kritisierten die Genehmigungen als skandalöse und unverantwortliche Entscheidung. Die Tierschutz-Organisation Pro Wildlife sprach von nachhaltiger Schwächung des Artenschutzes. Sie kritisierte vor allem die Haltung der Europäischen Union, die die Entscheidung mit ihren 25 Stimmen hätte verhindern können. Spitzmaul- Nashörner waren Mitte der 1990er Jahre fast ausgerottet. Auf dem Kontinent leben heute 97,6 Prozent aller Tiere in den vier Staaten Südafrika, Simbabwe, Namibia und Kenia. Die beiden Staaten mit den größten Erfolgen bei der Bestandsicherung sind Südafrika und Namibia. „Zwar nehmen die Populationen in Namibia (rund 1 100 Tiere) und Südafrika (1 200) derzeit wieder zu, doch die nun genehmigte Trophäenjagd reduziert den ohnehin sehr geringen Genpool“, betont die Biologin Daniela Freyer von Pro Wildlife.

In einer Erklärung der Organisation heißt es: „Für den Abschuss eines einzigen Spitzmaulsnashorns zahlen betuchte Hobbyjäger bis 100 000 US-Dollar. Da bleibt der Artenschutz leider auf der Strecke.“ Einige Staaten Afrikas und Asiens hätten sich gegen die Freigabe der Jagdquoten ausgesprochen, da sie um ihre eigenen Nashornbestände fürchten, konnten sich aber nicht durchsetzen. Sie befürchteten ein Aufflackern der Wilderei in ihren Ländern.

Namibia begründete seinen Antrag für die Jagdquotenerhöhung der Leoparden mit finanziellen Verlusten, die durch die strenge Unterschutzstellung der gefleckten Großkatze seit 1973 entstanden seien. Der Leopardenbestand in Namibia wird auf 5 500 bis 10 000 Tiere geschätzt, fundierte Studien fehlen aber. Die Zahl der Leoparden in Südafrika ist unbekannt; nur für drei Schutzgebiete gibt es Schätzungen von insgesamt 1 350 Tieren.

Auf der Konferenz zum Artenschutzübereinkommen (CITES) in Bangkok stimmen bis zum 14. Oktober 166 Länder über 50 Anträge zum Handel mit Tieren, Pflanzen und Produkten daraus ab.

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