0 Bewertungen
16.05.2008 
China nach dem Beben

Todesfalle Klassenzimmer

Für tausende Kinder im chinesischen Erdbebengebiet wurde der Klassenraum zur Todesfalle: Viele Schulgebäude stürzten wie Kartenhäuser ein, als die Erde bebte. Jetzt verlangen wütende Bürger Aufklärung über mögliche Baumängel - und Chinas Behörden reagieren.

Zerstörte Schule im Erdbebengebiet von Sichuan. Wütende Bürger verlangen Aufklärung, warum so viele Schulgebäude zusammenstürzten. Foto: rtrLupe

Zerstörte Schule im Erdbebengebiet von Sichuan. Wütende Bürger verlangen Aufklärung, warum so viele Schulgebäude zusammenstürzten. Foto: rtr

HB BEICHUAN/CHINA. Nach dem schweren Erdbeben geht die chinesische Regierung jetzt der Frage nach, warum so viele Schulen eingestürzt sind. Das Bauministerium habe die örtlichen Behörden mit der Untersuchung beauftragt, teilte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua mit. Sollten sich Qualitätsmängel an den Gebäuden herausstellen, würden die Schuldigen unnachgiebig zur Rechenschaft gezogen, zitierte die Agentur einen Abteilungsleiter des Bildungsministeriums. Vertreter beider Ministerien stellten sich im Internet den Fragen wütender Bürger

Das Beben der Stärke 7,9 hatte am Montagnachmittag viele Schüler während des Unterrichts überrascht. Viele Schulgebäude stürtzten wie Kartenhäuser ein und begruben die Kinder unter sich. In der vom Beben besonders betroffenen Provinz Sichuan wurden fast 6900 Schulgebäude zerstört, tausende Schüler dürften dabei ums Leben gekommen sein.


Bildergalerie Bild für Bild: Reise ins Tal des Todes


Helfer bergen aber auch noch immer Kinder lebend aus den Trümmern: Rund 80 Stunden nach dem Beben konnten die Rettungsmannschaften in Beichuan ein Kind lebend aus den Trümmern einer Schule retten. Dabei hörten die Retter aus dem zusammengestürzten Gebäude auch noch andere schwache Hilfeschreie. Sie schöpften nun neue Hoffnung, weitere Schüler zu retten.

Den Bergungsmannschaften läuft aber allmählich die Zeit davon. Die Rettungsarbeiten hätten jetzt ihre „kritischste Phase“ erreicht, betonte auch der chinesische Staatspräsident Hu Jintao, der am Freitag in Sichuan eintraf. Die Zeit werde knapp und die Herausforderungen seien immer noch sehr groß, sagte Hu in Beichuan. Der Präsident wolle den Angehörigen der Opfer sein Beileid auszudrücken, die Bergungsarbeiten inspizieren und einige der insgesamt 130 000 Soldaten treffen, die bei der Rettungsaktion mithelfen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mehr als 50 000 Todesopfer

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Städtewetter Deutschland

Bitte tragen Sie hier PLZ oder Städtenamen ein:

weiterHandelsblatt Specials

zurück
  • Zukunft der Stadt

    Zukunft der Stadt

    Vor welchen Herausforderungen stehen die Metropolen von heute? Und wie sehen Ideen für die Stadt von morgen aus?Special 

  • 60 Jahre Bundesrepublik

    60 Jahre Bundesrepublik

    2009 feiert die Bundesrepublik ihren sechzigsten Geburtstag. Auch Handelsblatt.com blickt aus diesem Grund noch einmal auf Politik, Managementgeschichte und Ökonomie Deutschlands zurück. Obendrein gibt es beim BRD-Quiz attraktive Preise zu gewinnen.Special 

  • Brasilien – ein Riese erwacht

    Brasilien – ein Riese erwacht

    Brasilien hat sich gewandelt wie kaum ein anderes Land. Es hat gute Chancen, gestärkt aus der globalen Wirtschaftskrise hervorzugehen und steht zu Unrecht im Schatten von China und Indien. Das neue, starke Brasilien – ein Dossier.Special 

vor

 

 

Bildergalerien

zurück
  • Rennstrecke, Freizeitpark, Finanzde...

    Rennstrecke, Freizeitpark, Finanzdesaster

    Schneller, schöner, spektakulärer – und sehr viel teurer für das Land als geplant: Der „Nürburgring 2009“, mit dem sich die defizitäre Traditionsrennstrecke zum ganzjährigen Freizeit- und Geschäftszentrum wandeln soll, ist eröffnet. Was er zu bieten hat, wie ...Bildergalerie 

  • Bundesliga-Profis: Käufer verzweife...

    Bundesliga-Profis: Käufer verzweifelt gesucht

    Bei der Jagd nach geeigneten Verstärkungen beißen die Fußball-Bundesligisten oft auf Granit und müssen sich auf wochenlangen Poker einstellen. Doch noch schwieriger ist es, nicht mehr benötigte Profis wieder loszuwerden. Welche Spieler wo auf der Streichliste...Bildergalerie 

  • Wer die Top-Verdiener der Sportwelt...

    Wer die Top-Verdiener der Sportwelt sind

    Die US-Zeitschrift Sports Illustrated hat das Sportler-Gehaltsranking 2008 veröffentlicht. Es gibt einigen Aufschluss darüber, in welchen Sportarten das große Geld umgesetzt wird und zeigt außerdem, dass die Haupteinnahmequelle eines Sportlers nicht zwingend ...Bildergalerie 

vor