Auch der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Winfried Hermann, geht von fehlenden Sicherheitsvorkehrungen auf der Transrapid-Strecke aus. Er sagte am Dienstag bei NDR Info: „Es ist zumindest nicht nur menschliches Versagen, sondern auch technisches Mangelwerk, muss man fast sagen.“
Die Rekonstruktion des genauen Unfallhergangs kann nach Angaben der Staatsanwaltschaft Osnabrück noch lange dauern. Die Mitschnitte des Funkverkehrs könnten aus technischen Gründen noch nicht vollständig ausgewertet werden, hieß es. Es müsse das Risiko ausgeschaltet werden, dass Teile der Aufzeichnungen auf Spezial- Tonbändern beim Abhören zerstört würden. Experten des Eisenbahnbundesamtes prüfen das Sicherheitskonzept der Versuchsanlage, um mögliche Rückschlüsse auf ein mögliches Genehmigungsverfahren für die Münchner Transrapid-Trasse zu gewinnen.
Auf dem Spendenkonto für die Hinterbliebenen des Transrapid-Unglücks im emsländischen Lathen sind nach Angaben des Landkreises Emsland bis Dienstag rund 200 000 Euro eingegangen. Zu den größten Spendern gehöre neben den Konzernen RWE und ThyssenKrupp sowie der Betreibergesellschaft IABG auch der Landkreis selbst, sagte Kreissprecher Dieter Sturm. Es hätten aber auch viele Privatpersonen Geld eingezahlt. Der Andrang von Schaulustigen an der Unglücksstelle habe unterdessen nachgelassen. „Es ist ruhig“, sagte Sturm. Für den Gedenkgottesdienst am Mittwoch rechne man aber wieder mit zahlreichen Trauergästen in Lathen.
Bei dem Unglück, bei dem ein Transrapid-Hochgeschwindigkeitszug mit Tempo 170 auf einen Werkstattwegen prallte, waren am vergangenen Freitag 23 Menschen ums Leben gekommen, zehn weitere wurden verletzt. Am Mittwoch ist eine zentrale Trauerfeier in Lathen angesetzt, zu der auch Bundespräsident Horst Köhler und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erwartet werden.

