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22.09.2006 
Streit um die Kosten dominiert

Transrapid-Gegner halten sich noch zurück

Der Transrapid-Unfall im Emsland mit vermutlich 21 Toten hat bundesweit Trauer und Bestürzung ausgelöst. Der tragische Zusammenstoß mit einem Werkstattwagen setzt zudem ein weiteres Fragezeichen hinter das milliardenschwere Prestigeprojekt. Insgesamt halten sich die Gegner mit Kritik aber zurück. Dabei stand der Transrapid nie unter einem guten Stern.

Ein Transrapid ist bei Lathen in Niedersachsen mit 200 Stundenkilometern auf einen Werkstattwagen geprallt und völlig zerstört worden. Foto: dpaLupe

Ein Transrapid ist bei Lathen in Niedersachsen mit 200 Stundenkilometern auf einen Werkstattwagen geprallt und völlig zerstört worden. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. In München, wo ab 2008 eine Transrapid-Strecke zwischen Hauptbahnhof und Flughafen gebaut werden soll, warnten auch Gegner des Projekts vor voreiligen Schlussfolgerungen. „Wie es im Moment aussieht, ist das ein Unglück, wie es auf jeder Bahnstrecke denkbar ist. Das hat nichts mit der Transrapid-Technik zu tun“, sagte der bayerische SPD-Fraktionschef Franz Maget.

Auch der Schwebebahn-Experte der Grünen-Fraktion im Landtag, Martin Runge, sagte auf AP-Anfrage: „Dieser Unfall ist kein zusätzliches Argument gegen den Transrapid.“ Allerdings fügte er hinzu: „Das Gerede, diese Technik sei wesentlich sicherer, ist mit Fragezeichen zu versehen.“

Erst Mitte August hatte es in Schanghai einen Brand in einem Wagen der Magnetschwebebahn zum dortigen Flughafen gegeben. Da die Fahrbahn auf Stelzen hoch über der Erde verläuft oder im Tunnel, sind Einsätze für Feuerwehr und Rettungskräfte schwierig. Der Unfall im Emsland sei daher ein Anlass, „nochmal genau hinzugucken“, sagte Runge. Sollten in München zum Beispiel noch mehr Notausgänge eingeplant werden müssen, würde das Projekt noch teurer. Beim Transrapid dreht sich letzten Endes alles nur ums Geld.


Bildergalerie Bilder von der Unglücksstelle im Emsland


Nach den technischen Daten ist die Schwebebahn der alten Eisenbahn weit voraus. Aus dem Stand beschleunigt der Transrapid in zwei Minuten auf Tempo 300 - ein ICE braucht dazu 30 Kilometer Anlauf. Weil es weder Roll- noch Motorgeräusche gibt, ist der Magnetschwebezug nur halb so laut. Der Energieverbrauch ist nach Angaben der Hersteller um ein Drittel geringer. Und weil es weniger Verschleißteile gibt, kostet die Instandhaltung nur ein Drittel.

Der Transrapid ist aber auch teuer. Die Kosten für die 38 Kilometer lange Strecke in München werden auf 1,6 bis 1,85 Milliarden Euro geschätzt. Das Projekt droht an einem Streit um die Finanzierung zwischen Bund und Bayern zu scheitern.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Münchner Strecke gilt als letzte Chance in Deutschland

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