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22.09.2006 

Meschliches Versagen wird als Ursache für den Transrapid-Unfall vermutet. Foto: dpaLupe

Meschliches Versagen wird als Ursache für den Transrapid-Unfall vermutet. Foto: dpa

Münchner Strecke gilt als letzte Chance in Deutschland

Um den Transrapid besser exportieren zu können, beschloss die Bundesregierung 1994 den Bau einer Verbindung von Hamburg nach Berlin. Die Pläne wurden jedoch ebenso ad acta gelegt wie die für einen Metrorapid an Rhein und Ruhr.

Die Münchner Flughafen-Strecke gilt als letzte Chance für den Transrapid in Deutschland. Dort können Fluggäste bisher nur mit der S-Bahn fahren, die für die 40 Kilometer gut 40 Minuten unterwegs ist. Der Transrapid bräuchte zehn Minuten.

Die Deutsche Bahn und der Münchner Flughafen, die Bundesregierung und die bayerische Regierung wollen den Transrapid. Nur die rot-grüne Münchner Stadtregierung ist dagegen und verweist auf Tausende Einsprüche der Anwohner an der geplanten Transrapid-Strecke.

Doch über die Aufteilung der Kosten streiten die Beteiligten schon seit Jahren. Gut 1,8 Mrd. Euro soll die Münchner Flughafenbahn kosten. Der Bund hat 550 Mill. Euro im Haushalt eingeplant, Bayern und die Bahn als künftige Betreiber wollen 185 Mill. zahlen. Bleibt eine Lücke von einer Milliarde.

„Am Ende machen die Chinesen das Geschäft“

Dem Hersteller Thyssen-Krupp platzte kürzlich der Kragen. Wenn in 18 Monaten keine Klarheit herrsche, könnte ThyssenKrupp die Technologie an China verkaufen, sagte Vorstand Olaf Berlien. Die Chinesen seien brennend interessiert und trieben die eigene Forschung voran. Schon jetzt aber wollten sie die Flughafenstrecke in Schanghai ins 180 Kilometer entfernte Hangzhou verlängern. Die Verträge seien unterschriftsreif, sagte Berlien.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, der den Chinesen Technologieklau vorgeworfen hatte, warnte erst am Mittwoch: „Am Ende machen die Chinesen das Geschäft.“ Aber beim Geld sieht Stoiber weiterhin den Bund und die Wirtschaft in der Pflicht.

Skeptiker sehen den Transrapid denn auch schon länger auf dem Weg aufs Abstellgleis - zumindest in Deutschland. Nach dem Unglück im Emsland ist die Skepsis nicht kleiner geworden. Selbstverständlich müssten „aus den Unfallursachen Schlussfolgerungen für die weitere Entwicklung gezogen werden“, erklärte der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber am Freitag. Näher wollte er sich nicht äußern.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Prestigeprojekt nie unter gutem Stern

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