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22.09.2006 

Bahnchef Mehdorn vom Transrapid unbeeindruckt

Nach der Wiedervereinigung sollten die zwei größten deutschen Städte, Berlin und Hamburg, mit dem Zug verbunden werden. Doch Bahnchef Hartmut Mehdorn gab sich unbeeindruckt von Technik und politischem Druck und rechnete vor, dass der Transrapid sich für sein Unternehmen schlicht nicht rechne, zumal in einem Land, das bereits mit Schienen durchzogen gewesen sei.

„Transrapid in der Schwebe“ blieb danach einer der beliebtesten Schlagzeilen in der Presse: Als Metrorapid sollte der Zug das Ruhrgebiet verbinden - doch auch dieses Vorhaben war zu teuer. Es blieb die abgespeckte Variante eines Flughafenzubringers in München, wo sich Bayern mit dem High-Tech-Zug schmücken wollte. Seit Jahren wird aber auch hier über Geld gestritten. Zuletzt hieß es, im Herbst solle entschieden werden.

Die Transrapid-Fans, zusammengeschlossen in einem Arbeitskreis mit zahlreichen Abgeordneten, verweisen auf China. Anfang des Jahrtausends entschieden sich die Chinesen für die Technik, um Flughafen und Finanzzentrum mit über 400 Stundenkilometern näher zu bringen. Doch schon damals hieß es in Kreisen der Bundesregierung, möglich habe dies vor allem ein Zuschuss aus der Staatskasse gemacht. Finanzminister war damals Hans Eichel (SPD) mit dem Wahlkreis Kassel, wo auch der Transrapid gebaut wird. Eichel ist inzwischen Vorsitzender des Gesprächskreises Transrapid.

Auch China brachte dem Zug nicht den Durchbruch: Die mehrmals angekündigte Verlängerung der Trasse auf eine Langstrecke kam bislang nicht zu Stande. Dafür war immer wieder von Technologie-Klau am deutschen Vorzeige-Produkt die Rede. Thyssen-Krupp drohte gar, die Technik an die Chinesen zu verkaufen, wenn das Projekt in Deutschland nicht vorankomme. Wenig geholfen hatte dem Transrapid dort wohl auch ein Zwischenfall im August, der in der Rückschau wie ein Menetekel wirkt: Im Zug brach ein Feuer während der Fahrt aus, verletzt wurde niemand.

Als Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee nun die Nachricht vom Desaster im Emsland erreichte, versuchte er gerade in Peking, das Projekt wieder in Schwung zu bringen. Er hatte sich dort mit dem chinesischen Eisenbahnminister getroffen.

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