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20.05.2008 
In öffentlichen Einrichtungen

Türkei führt Rauchverbot ein

Die Türkei hat am Montag ein Rauchverbot für weite Teile des öffentlichen Lebens eingeführt.

HB ANKARA. In geschlossenen Räumen von öffentlichen Einrichtungen darf nicht mehr geraucht werden. Das Verbot erstreckt sich unter anderem auf Einkaufszentren, Sportstadien, Spielplätze, Schiffe und Taxis. Als geschlossene Räume gelten demnach auch Plätze, die nur mit einem Sonnenschutz überdacht sind. Für gastronomische Betriebe gibt es bis Juni 2009 eine Übergangsfrist. In Flugzeugen, Bussen und größeren Büros besteht das Rauchverbot breits.

Raucher sollen bei Verstößen nun Strafen in Höhe von 50 Türkischen Lira (etwa 26 Euro) zahlen. Für Gaststätten sind Strafen bis zu 5000 Lira vorgesehen. Gegen Tabakhersteller und Händler können sogar Bußgelder bis zu 250 000 Lira verhängt werden. Das Gesetz sieht auch Auflagen für den Verkauf von Zigaretten und ein Werbeverbot vor. Das Büro von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der selber als strikter Nichtraucher gilt, hatte die neue Regeln nochmals ausdrücklich klargestellt.

Das türkische Parlament beschloss das Rauchverbot im März mit der Begründung, dass die Gesundheit von Nichtrauchern geschützt werden müsse. In der Türkei rauchen etwa 40 Prozent der Bevölkerung, nach amtlichen Statistiken sterben alljährlich rund 160 000 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums. Beobachter äußerten allerdings Zweifel, ob das neue Rauchverbot auch wirklich konsequent umgesetzt wird. Sogar einige Abgeordnete, die das Gesetz im Parlament beschlossen haben, kündigten an, im Parlament weiterhin rauchen zu wollen.

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