Nach Angaben eines Museumsmitarbeiters würde eine Reparatur der Figur bis zu zwei Monate dauern. Zunächst müsse sie aber begutachtet werden. Die Mitarbeiter hätten die Attacke jedenfalls nicht verhindern können. „Das ging zu schnell“, betonte er.
Manche zeigten am Samstag Verständnis für den Störenfried oder spotteten über die Panne. „Endlich hat ein Hitler-Attentat geklappt“, sagte der Publizist Henryk M. Broder. Der Berliner SPD-Abgeordnete Frank Zimmermann begrüßte die Attacke. „Es ist schon eher eine Kunst, Hitler den Kopf abzureißen, und weniger eine Kunst, Hitler überhaupt aufzustellen“, sagte Zimmermann der dpa. Ein Besucher der Ausstellung scherzte: „Vielleicht wird der Eintritt ja jetzt billiger.“
Das neue Berliner Wachsfigurenkabinett Unter den Linden 74 ist nach London und Amsterdam die dritte Tussauds-Niederlassung in Europa und die achte weltweit. Als bekannt wurde, dass eine Adolf-Hitler- Puppe in Berlin zu sehen sein wird, gab es viele Proteste. Der Diktator war als alter Mann hinter einem Schreibtisch dargestellt. Das Berühren oder Fotografieren sollte verboten sein.
Unter den mehr als 70 Figuren im Kabinett sind auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sowie der Schriftsteller Günter Grass. Alt- Kanzler Helmut Kohl (CDU) bemängelte nach Angaben der „Bild“-Zeitung (Samstag), dass er nie sein Einverständnis dazu gegeben habe, dass er in dem Museum dargestellt wird. „Das ist alles sehr unseriös, da fehlt jeder Anstand. Ich gebe die Sache meinem Anwalt“, sagte Kohl. Sein Büroleiter bestätigte auf Anfrage den Bericht, wollte aber keine weiteren Angaben dazu machen.


