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23.09.2006 

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hält die Technologie des Transrapid für zuverlässig. „Da wir von menschlichem Versagen und einer Verkettung unglücklicher Umstände ausgehen müssen, macht es keinen Sinn, die Technologie selber in Frage zu stellen“, sagte Wulff der dpa. „Ein solcher Unfall konnte nur auf der Versuchsstrecke passieren, im realen Betrieb wie in Schanghai oder irgendwann in München wäre das undenkbar.“ Im Normalbetrieb werde die Schwebebahn automatisch zum Stehen gebracht, wenn sich irgendwas auf der Strecke befinde, erläuterte er. „Auf der Teststrecke gibt es diese Sicherheitseinrichtung nicht.“ Unter den Todesopfern des verheerenden Unglücks sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch zwei US-Bürger. Die meisten der 31 Insassen des Transrapids stammten aber aus Nordhorn (Kreis Grafschaft-Bentheim) und Papenburg (Kreis Emsland). Es seien Besucher gewesen, die an einer Messfahrt teilgenommen hätten. Auch zwei Auszubildende waren an Bord, die die Fahrt als Auszeichnung bekommen hatten.

Eine Gruppe von elf Netzplanern des Energieversorgers RWE war ebenfalls mitgefahren. Zehn von ihnen starben, einer überlebte verletzt. Auf seiner Internet-Seite zeigt sich das Unternehmen über den Tod der Mitarbeiter „tief bestürzt“. Es seien Hilfen für die Unfallopfer und ihre Angehörigen und Freunde angelaufen. „Jede Familie wird von unseren Betreuern umfassend und individuell begleitet“, sagte RWE-Personalvorstand Wilfried Eickenberg. Ob die Reise mit dem Transrapid dienstlicher oder privater Natur war, stehe noch nicht fest, erklärte ein Unternehmenssprecher. Seit dem frühen Samstagmorgen waren Bergungstrupps und Ermittler an der Teststrecke im Einsatz, um Spuren zu sichern. Der zerstörte Zug solle zunächst auf der Trasse stehen bleiben, sagte der Sprecher des Landkreises Emsland, Dieter Sturm. Ein technischer Sachverständiger unterstütze Polizei und Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen, berichtete Polizeisprecher Ewald Temmen. Alle Verletzten seien inzwischen außer Lebensgefahr, sagte Sturm. Bis zum frühen Samstagabend waren zudem alle Todesopfer „zweifelsfrei identifiziert“, sagte Polizeisprecher Achim van Remmerden. Die meisten seien anhand persönlicher Papiere oder von ihren Angehörigen identifiziert worden. DNA-Analysen waren zunächst nicht nötig.

Der Chefplaner der weltweit einzigen kommerziellen Transrapid- Strecke in Schanghai besichtigte am Samstag den Unfallort in Lathen. „Commander Wu wird aus erster Hand informiert, um sicher zu sein, dass ihm nicht Ähnliches passiert“, sagte IABG-Chef Schwarz. In China lief der Betrieb einen Tag nach dem tragischen Unglück im Emsland normal weiter. Chinesische Zeitungen berichteten rein nachrichtlich mit Bildern über das Unglück auf der Versuchsstrecke im Emsland. Es fehlten Kommentare in den staatlich kontrollierten Medien oder Reaktionen von Behörden. Dies ist so kurz nach dem Unglück und angesichts der Tatsache, dass die Ursache noch nicht ermittelt ist, in China durchaus üblich.

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