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08.05.2008 
1968

Warum die Revolution nicht stattfand

von Ferdinand Knauß

Der „Pariser Mai“ 1968 war viel mehr als eine Studentenrevolte, die Arbeiterschaft spielte eine entscheidende Rolle. Zehn Millionen Arbeiter legten das Wirtschaftsleben für drei Wochen lahm. Deutsche Studenten ernteten an den Fabriktoren hingegen meist offene Ablehnung.

DÜSSELDOF. In Deutschland blieb „Revolution“ vor 40 Jahren weitgehend der Wunschtraum radikalisierter Studenten. Doch in Frankreich schien sie für einige Tage Realität werden zu können. Der „Pariser Mai“ war nicht nur eine Studentenrevolte, sondern eine Massenbewegung.

Im Gegensatz zu deutschen Arbeitern solidarisierte sich ein Großteil der traditionell militanteren Kollegen in Frankreich mit den Studenten. Am 13. Mai 1968 fand in Paris die erste große gemeinsame Demonstration von Arbeitern und Studenten statt. Ab dem 14. Mai breitete sich eine von den Flugzeugwerken in Nantes ausgehende Streikbewegung landesweit aus. Zehn Millionen Arbeiter legten das Wirtschaftsleben für drei Wochen lahm. Eine breite Welle von Betriebsbesetzungen überrollte das Land. Die Manager vieler Unternehmen verloren wochenlang die Kontrolle über die Werke.

Präsident de Gaulle erwog den Einsatz des Militärs. Der liberale Soziologe Raymond Aron schrieb kurz nach Ende der Streiks im August 1968, dass die etablierte Ordnung „eher unerwartet“ die Machtprobe gewonnen habe.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Die Basis war mit dem System zufrieden“

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