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25.10.2007 
Dänische Produzenten erwarten Preisanstieg

Weihnachtsbäume könnten ein Fünftel teurer werden

Für Weihnachtsbäume werden Kunden dieses Jahr wohl zum Teil deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. In Europa seien Preissteigerungen zwischen 15 und 20 Prozent zu erwarten, teilte der dänische Tannenbaum-Erzeugerverband am Donnerstag mit.

HB KOPENHAGEN. Die Nachfrage übersteige in diesem Jahr das Angebot. Dänemark ist Europas größter Exporteur von Weihnachtsbäumen. Erste Zahlen des Großhandels lassen im Vergleich zum vergangenen Jahr einen deutlichen Preisanstieg erwarten, wie der Manager des dänischen Tannenbaum-Erzeugerverbands, Kaj Oestergaard, der AP sagte. Die Preise seien zwischen 15 und 20 Prozent gestiegen, auch wenn man noch nichts Genaues sagen könne, sei dies der Trend. Der Preisanstieg sei gut für die Produzenten, die nun kein Geld mehr verlören, sagte Oestergaard. „Seit Jahren ging das Geschäft schlecht.“

Laut Oestergard liegt der Preis für eine Nordmanntanne, den beliebtesten Weihnachtsbaum, je nach Größe und Form zwischen 40 Kronen (rund 5,40 Euro) und 300 Kronen (rund 40 Euro). In Dänemark werden jährlich etwa neun Millionen Tannen gefällt, 85 Prozent davon werden ins Ausland verkauft. Der Großteil davon geht nach Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Die Verbraucherzeitschrift „Guter Rat“ berichtete sogar über einen Preisanstieg bis zu 30 Prozent. Betroffen seien vor allem billige Tannen bei Discountern und in Baumärkten. Die besonders beliebten Nordtannen könnten drei bis fünf Euro pro Baum mehr kosten. Sehr preiswerte Bäume, die im vergangenen Jahr bei zehn bis elf Euro gelegen hätten, würden nun etwa 14 Euro kosten, schreibt die Verbraucher-Zeitschrift. Grund für die Preissteigerungen seien unter anderem Subventions-Streichungen durch die Europäische Union und die Reduzierung dänischer Anbauflächen.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hatte Käufern bereits im vergangenen Jahr Preissteigerungen um bis zu zehn Prozent in Aussicht gestellt. Für die diesjährige Weihnachtsbaum-Saison hatte der Verband am Donnerstag zunächst noch keinen Überblick.

Die Nordmanntanne werde durchschnittlich 18 Euro pro Meter kosten, Blaufichten seien etwas günstiger zu haben, teilte der Verband der westfälischen Weihnachtsbaum-Erzeuger am Donnerstag in Eslohe mit. Als Grund nannte Verbandssprecher Meinolf Mütherich neben der allgemeinen Teuerung auch eine Verknappung des Angebotes. Die Qualität der Bäume sei in diesem Jahr aber besonders gut. Der regenreiche Sommer habe dem Christbaum gut getan: „Die Bäume sind sehr schön grün.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch Auswirkungen von Kyrill spürbar

Der Markt habe sich im Vergleich zum Vorjahr verändert, sagte Mütherich. Insbesondere Nordmann-Tannen seien rar, weil weniger Bäume aus Dänemark importiert würden. Zudem seien die Kulturen im Sauerland, aus denen jeder Dritte der schätzungsweise 24 Millionen in Deutschland aufgestellten Weihnachtsbäume stamme, durch den Orkan „Kyrill“, durch späte Frostnächte im Frühjahr und durch Hagel im Frühsommer geschädigt.

Die dänischen Weihnachtsbaum-Produzenten wandeln nach Informationen der Mescheder Landwirtschaftskammer ihre Kulturen teilweise in Ackerflächen um, weil sie dafür Prämien der EU bekommen können. Kristof Köhler von der Landwirtschaftskammer sieht weiterhin einen starken Trend zur nicht pieksenden Nordmanntanne. „Es sind nur noch zehn bis 15 Prozent der Weihnachtsbaum-Flächen der Region mit Blaufichten bepflanzt“, sagte er. „Es stürzt sich alles auf die Nordmanntanne.“

Den Trend zu Billig-Bäumen, die in den Vorjahren als Lockangebote zum Teil für fünf Euro oder gar geschenkt zu bekommen waren, sehen die Produzenten gestoppt. „Der Preisanstieg bei diesen Bäumen wird prozentual sogar noch größer sein“, vermutet Mütherich. Im Großhandel sei die Preissteigerung bereits klar erkennbar. „Nordmanntannen sind sehr gefragt, weil sie zu schmücken und transportieren sind, ohne zu pieksen. Dabei sei die Blaufichte weihnachtlicher“, sagte er. Sie dufte mehr und bleibe auch im Wohnzimmer länger in Form.

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