2 Bewertungen *****
05.09.2008 
Haiti scher getroffen

Wirbelsturm Hanna tötet fast 140 Menschen

Der Wirbelsturm Hanna hat Haiti schwer getroffen. Fast 140 Menschen wurden getötet, als der Hurrikan mit sintflutartugen Regenfällen über das Land hereinbrach. Inzwischen geht bereits die Angst vor dem nächsten Monstersturm um.

Schwere Regenfälle haben die Stadt Gonaives unter Wasser gesetzt. Foto: apLupe

Schwere Regenfälle haben die Stadt Gonaives unter Wasser gesetzt. Foto: ap

HB PORT-AU-PRINCE. Die Menschen auf Haiti haben kaum das Ausmaß der Katastrophe durch Wirbelsturm "Hanna" begriffen - da geht die Angst vor Hurrikan "Ike" um. Mindestens 136 Menschenleben hat "Hanna" nach Behördenangaben bereits gefordert. Unterdessen näherte sich am Freitag "Ike" der Region. Das US-Hurrikanzentrum stuft den Sturm weiterhin als Kategorie vier, der zweithöchsten-Hurrikan-Stufe, und damit als extrem gefährlich ein. ""Ike" könnte noch gefährlicher werden als alle seine Vorgänger", schreibt die Zeitung "Le Nouvelliste". Derzeit werde geprüft, ob die bereits von "Hanna" schwer getroffene Stadt Gonaives evakuiert werden müsse.

"Im Notfall müssen alle logistischen Möglichkeiten aufgebracht werden, um die Menschen aus Gonaives herauszubringen", sagte die Direktorin des Zivilschutzes in Haiti, Alta Jean-Baptiste, der Zeitung. Die Stadt und ihre 300 000 Einwohner hatten besonders unter "Hanna" gelitten. Allein dort waren mindestens 57 Menschen ums Leben gekommen. Die gesamte Region stand tagelang unter Wasser. Zwar sanken die Wasserstände in einigen Teilen der Stadt bereits am Donnerstag. Trotzdem war die Region weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, weil die wichtigsten Straßenbrücken zerstört worden waren.

Bild für Bild: Die stärksten Stürme der letzten Jahre

Inzwischen ist auf Haiti weitere internationale Hilfe angelaufen. Hubschrauber der UN-Stabilisierungstruppe fliegen in die überschwemmten Gebiete, um die Menschen zu versorgen. Auch Deutschland hat Zeitungsberichten zufolge eine erste Finanzhilfe in Höhe von mehr als 150 000 Euro zur Verfügung gestellt.

"Hanna" hatte den Norden Haitis mit sintflutartigen Regenfällen heimgesucht, als das verarmte Land gerade mit Aufräumarbeiten nach Hurrikan "Gustav" im Süden begann. Die Karibik wird seit Wochen von schweren Wirbelstürmen heimgesucht. Insgesamt haben "Hanna" und "Gustav" in Haiti mindestens 160 Menschen das Leben gekostet. Über die materiellen Schäden gab es am Freitag noch nicht einmal Schätzungen. Zuvor war "Fay" über die Region gezogen und hatte zahlreiche Menschen in den Tod gerissen.

"Ike" soll die Karibik am Wochenende erreichen. In seinem Zentrum entwickelt er Windgeschwindigkeiten von rund 220 Stundenkilometern. Über dem Atlantik zieht zudem Tropensturm "Josephine" Richtung Westen. "Hanna" setzte am Freitag seinen Weg Richtung Nordwesten fort. Unterdessen kehrten am Freitag immer mehr Menschen nach New Orleans zurück. Die Heimkehrer erwarten beschädigte Häuser und Straßen, zerstörte Gärten, andauernde Stromausfälle sowie ein vielerorts nicht intaktes Abwassersystem.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Städtewetter Deutschland

Bitte tragen Sie hier PLZ oder Städtenamen ein:

weiterHandelsblatt Specials

zurück
  • Zukunft der Stadt

    Zukunft der Stadt

    Vor welchen Herausforderungen stehen die Metropolen von heute? Und wie sehen Ideen für die Stadt von morgen aus?Special 

  • 60 Jahre Bundesrepublik

    60 Jahre Bundesrepublik

    2009 feiert die Bundesrepublik ihren sechzigsten Geburtstag. Auch Handelsblatt.com blickt aus diesem Grund noch einmal auf Politik, Managementgeschichte und Ökonomie Deutschlands zurück. Obendrein gibt es beim BRD-Quiz attraktive Preise zu gewinnen.Special 

  • Brasilien – ein Riese erwacht

    Brasilien – ein Riese erwacht

    Brasilien hat sich gewandelt wie kaum ein anderes Land. Es hat gute Chancen, gestärkt aus der globalen Wirtschaftskrise hervorzugehen und steht zu Unrecht im Schatten von China und Indien. Das neue, starke Brasilien – ein Dossier.Special 

vor

 

 

Bildergalerien

zurück
  • Rennstrecke, Freizeitpark, Finanzde...

    Rennstrecke, Freizeitpark, Finanzdesaster

    Schneller, schöner, spektakulärer – und sehr viel teurer für das Land als geplant: Der „Nürburgring 2009“, mit dem sich die defizitäre Traditionsrennstrecke zum ganzjährigen Freizeit- und Geschäftszentrum wandeln soll, ist eröffnet. Was er zu bieten hat, wie ...Bildergalerie 

  • Bundesliga-Profis: Käufer verzweife...

    Bundesliga-Profis: Käufer verzweifelt gesucht

    Bei der Jagd nach geeigneten Verstärkungen beißen die Fußball-Bundesligisten oft auf Granit und müssen sich auf wochenlangen Poker einstellen. Doch noch schwieriger ist es, nicht mehr benötigte Profis wieder loszuwerden. Welche Spieler wo auf der Streichliste...Bildergalerie 

  • Wer die Top-Verdiener der Sportwelt...

    Wer die Top-Verdiener der Sportwelt sind

    Die US-Zeitschrift Sports Illustrated hat das Sportler-Gehaltsranking 2008 veröffentlicht. Es gibt einigen Aufschluss darüber, in welchen Sportarten das große Geld umgesetzt wird und zeigt außerdem, dass die Haupteinnahmequelle eines Sportlers nicht zwingend ...Bildergalerie 

vor