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13.02.2008 

In der 2007 gegründeten Zeitschrift „Contemporary Islam“ definiert der Religionswissenschaftler Göran Larsson von der Universität Göteborg Islamophobie als „anti-islamische und anti-muslimische Meinungen“. Diese hält er für inakzeptabel. Larsson fordert dazu auf, „im Internet Islamophobie und Rassismus zu beobachten und zu bekämpfen“. Die vor allem von ehemaligen Muslimen betriebene Seite „WikiIslam“ steht im Zentrum seiner Kritik. Nach Darstellung der Betreiber-Organisation „Faith Freedom International“ will sie kritische Alternativen zu den „zensierten“ Islam-Beiträgen in der Wikipedia bieten und ausstiegswilligen Muslimen helfen.

Nicht erst seit dem 11. September 2001 gibt es durchaus gute Gründe, vor dem Islam, zumindest in seiner fundamentalistischen Form, auch Angst zu haben. Vor allem für diejenigen, die als Muslime geboren sind und sich von der Religion lossagen. Solchen Apostaten droht nämlich nach der Scharia in zahlreichen Staaten die Todesstrafe. Und Menschen, die an keinen persönlichen Gott glauben, sind nach dem Koran (Sure 8) nichts anderes als Tiere. Im säkularen Europa trifft das auf viele Millionen Menschen zu. Es ist verwirrend, die Angst vor solchen Bedrohungen mit einer Krankheit oder Rassismus gleichzusetzen.

Die Problematisierung und Stigmatisierung derer, die Angst haben, ist ein gemeinsames Merkmal aller Reden von der Islamophobie. Die Perspektive ist die des Psychiaters, der den Arachnophoben von seiner unbegründeten, krankhaften Angst vor Spinnen heilen möchte.

Wo das Wort Islamophobie herkommt, ist in den Publikationen nicht zu erfahren. Die Schöpfer des Begriffs sind im Zentrum des politischen Islams zu finden, genauer gesagt in Teheran. Das will zumindest die französische Feministin und Herausgeberin des Magazins „Prochoix“, Caroline Fourest, mit ihrer Koautorin Fiammetta Venner herausgefunden haben. „Er wurde zuerst 1979 verwendet, von den iranischen Mullahs, die die Frauen, die keinen Schleier trugen, als ,schlechte Musliminnen’ darstellen wollten“, schreiben sie in „Prochoix“. Das Ziel der Mullahs sei gewesen, jegliche Kritik am real existierenden Islam zu pathologisieren, also als krankhafte Verirrung zu brandmarken. Später, so schreiben Fourest und Venner, sei der Begriff von muslimischen Organisationen wie der „Islamic Human Rights Commission“ wieder verwendet worden, um das Todesurteil der Mullahs gegen Salman Rushdie 1988 propagandistisch vorzubereiten.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: „Warum Ex-Muslime den Begriff kritisieren“

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