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13.02.2008 

Wenige Jahre später erhielt der Kampfbegriff aus Teheran das Siegel der politischen Korrektheit. „Rassengewalt und antimuslimische Vorurteile sind aus einem Guss“, verkündete die „Kommission für britische Muslime und Islamophobie“ (mit muslimischen, christlichen und jüdischen Mitgliedern) in dem Report „Islamophobie. Eine Herausforderung für uns alle“ von 1997. Die Kommission gehört zur einflussreichen britischen Denkfabrik Runnymede Trust – finanziert teilweise von der Londoner Regierung. Sie hat zur europaweiten Etablierung des Begriffs seither wahrscheinlich wesentlich beigetragen.

Hat sich ein Begriff in akademischen Kreisen etabliert, wird er kurz darauf auch von staatlichen Stellen verwendet. Die Verbindung Islamophobie=Rassismus=Gefahr ist nicht nur bei politischen Aktivisten, sondern auch in amtlichen Publikationen weit verbreitet. Die „Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ (EUMC, seit März 2007 „Agentur der Europäischen Union für Grundrechte“, FRA) beklagt in ihrem Bericht „Muslime in der Europäischen Union“ vom Dezember 2006 mehrfach Islamophobie, ohne den Begriff zu erklären.

Kritik kommt kaum von westlichen Intellektuellen, sondern fast ausschließlich von Ex-Muslimen: Apostaten wie Ali Sina und Ibn Warraq, Publizisten, die unter Pseudonym schreiben müssen und wegen ihrer Meinung in dauernder Todesgefahr leben. Sie haben wahrlich gute Gründe für ihre keineswegs krankhafte Angst vor gläubigen Muslimen – und schreiben oft entsprechend kämpferisch bis polemisch.

Ali Sina, das Pseudonym des Gründers von „Faith Freedom International“, sieht den Islam weniger als eine Religion, sondern als eine Ideologie. „Es ist schiere Arroganz, Kritik an einer Ideologie als ,Phobie’ zu bezeichnen“, schreibt er in dem Beitrag „Islamophobia is ad hominem“ im Internet. „Indem sie Kritik am Islam als Kranheit darstellen, bewahren sich Muslime davor, auf zulässige Kritik gegen ihren Glauben zu antworten.“

Ibn Warraq, Pseudonym eines in den USA lebenden indischen Ex-Muslims und Islamwissenschaftlers, der als Autor von „Warum ich kein Moslem bin“ (1995) bekannt wurde, bezeichnet den Begriff Islamophobie als „dogmatische Islamophilie“. Die als Ägypterin geborene amerikanische Publizistin Nonie Darwish hält das Reden von der Islamophobie schlicht für „Propaganda“. Vielleicht ist es aber mehr: Eine bewusste Verwirrung der Begriffe, die den offenen Dialog im Keim erstickt.

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