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27.07.2007 
Obst und Gemüse aus Italien

Wo „Bio“ draufsteht, sind häufig Pestizide drin

Die boomende Nachfrage nach ökologisch angebautem Obst und Gemüse ruft offensichtlich zunehmend schwarze Schafe auf den Plan: Das baden-württembergische Agrarministerium hat in etlichen untersuchten Proben aus Italien Pestizide nachgewiesen, die in Bio-Lebensmitteln nichts zu suchen haben.

Bio-Karotten aus Italien verdienen den Namen häufig nicht. Foto: dpaLupe

Bio-Karotten aus Italien verdienen den Namen häufig nicht. Foto: dpa

HB STUTTGART. Wie das Ministerium am Freitag berichtete, sind Bio-Lebensmittel aus Italien trotz Öko-Siegel häufiger mit Pestiziden belastet als solche aus Deutschland. 35 Prozent der wegen deutlicher Giftrückstände beanstandeten Stichproben in den vergangenen fünf Jahren stammten aus Italien. Dabei kamen nur 15 Prozent des in Baden-Württemberg untersuchten Gemüses und Obsts aus Italien. Die Bundesrepublik stellte dagegen 46 Prozent der Proben, aber nur 33 Prozent der Problemfälle.

„Bei vier von zehn Karotten-Proben aus Italien war die Bezeichnung Bio nicht korrekt“, sagte Agrarminister Peter Hauk. Die Pestizidmengen seien so groß, dass sie auf den Einsatz solcher Gifte auf dem Feld schließen lassen. „Das hat gesundheitlich wohl zwar keine Bedeutung, aber das ist eine Täuschung der Verbraucher.“ Die Kontrollen in Italien funktionierten nicht so gut wie in Deutschland. Hauk empfahl deshalb, Ware aus dem Inland zu kaufen.

Er forderte zudem deutsche Lebensmittelhändler auf, stärker als bisher auf einem lückenlosen Nachweis der Bioqualität zu bestehen. Auf politische Schritte wollte sich der Minister nicht festlegen. „Wenn die deutschen Verbraucher wissen: Bio-Karotten aus Italien sind mit Vorsicht zu genießen, dann ist das der beste Schutz vor Verbrauchertäuschung.“

Zwar sei die Studie im Rahmen des Landesprogramms „Öko-Monitoring“ im strengen Sinne nicht repräsentativ, da dafür 504 Proben etwa im vergangenen Jahr nicht ausreichten. Aber da die Untersuchungen seit fünf Jahren wiederholt würden und Italien dabei immer negativ aufgefallen sei, schlössen sich doch Zufälligkeiten ein Stück weit aus, sagte Hauk. Die Ergebnisse aus Baden-Württemberg lassen sich dem Minister zufolge auf die gesamte Bundesrepublik übertragen, da die Warenströme von Italien in sein Bundesland ähnlich verliefen wie in andere Regionen.

Allein 2006 wuchs der Umsatz auf dem deutschen Öko-Markt laut dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft um 16 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro.

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