0 Bewertungen
10.12.2006 
"Banker der Armen"

Yunus nimmt Friedensnobelpreis entgegen

In Oslo hat der Wirtschaftswissenschaftler Mohammed Yunus aus Bangladesch am Sonntag den Friedensnobelpreis entgegennommen. Der 66-Jährige forderte in seiner Dankesrede mehr „gewagte Initiativen“, um die Armut in der Welt zu bekämpfen.

HB OSLO. Die ungerechte wirtschaftliche, soziale und politische Ordnung gefährde den Frieden ebenso wie mangelnde Demokratie und Verstöße gegen Menschenrechte. Yunus teilt sich den Preis mit der von ihm gegründeten Grameen Bank, die Mikrokredite an Arme vergibt, um die Wirtschaftskraft in den Entwicklungsländern zu fördern.

Yunus erklärte, es gebe Armut auf der Welt, weil die Menschen sie zuließen, indem sie zu wenig dagegen unternähmen. „Wir wollten auf den Mond, also sind wir da hingeflogen. Wir erreichen, was wir erreichen wollen“, sagte Yunus laut dem vorab verbreiteten Text seiner Rede. „Ich glaube fest daran, dass wir eine von Armut freie Welt schaffen können, wenn wir es gemeinsam wollen.“ Für die Grameen Bank nahm das Vorstandsmitglied Mossamat Taslima Begum an der Preisverleihung teil.

Der Vorsitzende des Nobelkomitees, Ole Danbolt Mjös, sagte, der Preis sei in einer Zeit, in der die Muslime oft dämonisiert würden, auch als ausgestreckte Hand an die muslimische Welt zu verstehen. „Der Friedenspreis für Yunus und die Grameen Bank ist auch eine Unterstützung für das muslimische Bangladesch und die muslimischen Gemeinden in der Welt zu verstehen, die für den Dialog und die Zusammenarbeit arbeiten.“

Der Friedensnobelpreis ist mit zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert und wird jedes Jahr am Todestag des Stiftungsgründers Alfred Nobel überreicht. Der schwedische Industrielle, der unter anderem das Dynamit erfand, starb 10. Dezember 1896.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterHandelsblatt Specials

zurück
  • Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenze...

    Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenzen

    Bankenpleiten, Börsentalfahrt, Rezession: Kaum ein Jahr hat die Welt der Wirtschaft so durcheinander gewirbelt wie 2008. Im kommenden Jahr müssen sich Manager und Politiker neu beweisen. Handelsblatt.com blickt in den Tagen bis zum Jahreswechsel zurück auf eine Zeit vo...Special 

  • Türkei – ein Land zwischen Aufbruch u...

    Türkei – ein Land zwischen Aufbruch und Rückschritt

    Die Türkei sprüht vor Dynamik. Neben Istanbul bilden sich auch in Anatolien neue Wirtschaftszentren. Im Land entsteht ein Mittelstand. Das bietet auch Chancen für deutsche Unternehmer und Investoren. Zugleich gestaltet sich der Weg nach Europa schwierig: Die Türkei ste...Special 

  • Agenda IT-Fitness

    Agenda IT-Fitness

    Ob Waldarbeiter, Bäcker oder Arzt – ohne IT läuft im Beruf kaum noch etwas. Doch die Informationstechnologie wandelt sich permanent, und Unternehmen wie Arbeitnehmer müssen sich auf diesen Wandel einstellen. Wie das gehen kann, zeigt die Agenda „IT-Fitness“.Special 

vor

 

 

Bildergalerien

zurück
  • Rechte und Pflichten bei Eis und Schn...

    Rechte und Pflichten bei Eis und Schnee

    Starke Schneefälle, Glatteis und Dauerfrost haben in den vergangenen Tagen vielen den Weg zur Arbeit erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht.Handelsblatt.com erklärt, was Sie beachten sollten.Bildergalerie 

  • Neue Regeln für die Einreise in die U...

    Neue Regeln für die Einreise in die USA

    Ab dem 12. Januar müssen USA-Reisende ohne Visum vorab online einen Antrag beim US-Heimatschutzministerium stellen. Nur mit Genehmigung, die per E-Mail erteilt wird, darf der Geschäftsreisende oder Tourist dann ins Flugzeug steigen. Die letzte Entscheidung trifft aber ...Bildergalerie 

  • Schneechaos legt Deutschland lahm

    Schneechaos legt Deutschland lahm

    Bis zu 20 Zentimeter Schnee und Glatteis haben am Montag weite Teile Deutschlands lahmgelegt. Autobahnen mussten gesperrt werden, Busse und Bahnen wurden durch die Schneemassen behindert. Auf dem Düsseldorfer Flughafen ging nichts mehr. Bilder vom Chaos.Bildergalerie 

vor