Vertreter der USA, Japans und der EU bekundeten ihr Beileid und boten China Hilfe bei den Rettungsaktionen an. Die Behörden wollen diese Unterstützung nach eigenen Angaben annehmen, aber wegen fehlender Unterbringungsmöglichkeiten keine ausländischen Helfer in die Region lassen.
Häuser, die während des Bebens nicht einstürzten, sind oft unbewohnbar. Hunderte Menschen verließen die schwer getroffene Stadt Dujiangyan. Sie trugen Koffer oder Plastiktüten mit Lebensmitteln bei sich. „Meine Ehefrau ist bei dem Beben getötet worden“, sagte der 70-jährige Zhou Chun. „Mein Haus wurde zerstört.
Ich gehe nach Chengdu, aber ich weiß nicht, wo ich wohnen werde.“ Das Erdbeben stellt eine Herausforderung für die kommunistische Regierung dar. Sie stützt ihr Mandat darauf, dass sie die Ordnung aufrechterhält, für wirtschaftliches Wachstum sorgt und in Katastrophenfällen Hilfe leistet.
Sie muss angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele, der Unruhen in Tibet und hoher Inflation rasch reagieren. Das Erdbeben war das folgenschwerste in China seit 1976. Damals wurden in der Stadt Tangshan in der Nähe von Peking 240 000 Menschen getötet.

