Eichel warnt vor schnellen Schlüssen
Der Vorsitzende des parlamentarischen Gesprächskreises Transrapid, Hans Eichel (SPD), der Tiefensee begleitet hatte, warnte vor schnellen Schlüssen über die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Magnetschwebebahn. „Im jahrelangen Betrieb in Deutschland und in China hat sich der Transrapid bisher als ein sehr sicheres Verkehrsmittel erwiesen“, sagte der frühere Finanzminister.
Der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer forderte ein Überdenken des Sicherheitskonzepts. „Sicherlich werden die Untersuchungen in den nächsten Tagen und Wochen viele offene Fragen zum Unfallhergang klären“, sagte er. Entwickler und Hersteller hätten immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich um eine vom Risiko der Kollision freie Technik handele.
Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle zeigte sich erschüttert. Der erste Unfall nach jahrzehntelangem Betriebs auf der Teststrecke „weist darauf hin, dass kein Verkehrmittel unverwundbar ist“, erklärte er. Die FDP-Bundestagsfraktion betonte, dass der Transrapid zu den technologisch anspruchsvollsten Leistungen Deutschlands gehöre. Vorschnelle Urteile über die Sicherheit seien nicht sinnvoll, sagte der verkehrspolitische Fraktionssprecher Horst Friedrich.
Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck sprach den Angehörigen der Opfer sein tief empfundenes Mitgefühl aus. „Die Menschen, um die wir trauern, wurden Opfer eines tragischen Unfalls“, erklärte er am Freitag in einem Beileidsschreiben. „Das macht uns sprachlos.“ Die Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion der Grünen, Renate Künast und Fritz Kuhn, zeigten sich ebenfalls bestürzt. „Wir danken den Hilfskräften für ihren Einsatz bei der Bergung der Opfer“, erklärten die Politiker.
Trauer und Bestürzung
Bundespräsident Horst Köhler brachte in Berlin seine Bestürzung und Trauer zum Ausdruck. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien und bei denen, die jetzt an der Unfallstelle im Rettungs- und Bergungseinsatz sind“, sagte der Bundespräsident.
Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck erklärte, der Unfall mache sprachlos und führe die Verletzlichkeit und Endlichkeit des Lebens vor Augen. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff sprach von einem „tragischen und grausamen Unfall“.
Die finnische Verkehrsministerin Susanna Huovinen, die derzeit den Vorsitz im EU-Verkehrsministerrat führt, versicherte ihrem deutschen Kollegen Tiefensee ihre Anteilnahme. „Wir sind von den Nachrichten zutiefst berührt und schockiert“, hieß es in ihrem in Brüssel veröffentlichten Schreiben.
Merkel wurde noch am Freitag im Emsland erwartet. Sie wolle sich selbst ein Bild von der Lage machen, hieß es am Rande des europapolitischen Forums der Bertelsmann-Stiftung. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) flog an die Unglücksstelle.
Mit Bestürzung und Trauer nahmen auch die Mitarbeiter und das Management der Deutschen Bahn AG die Nachricht vom Unfall des Transrapid auf. Johannes Keil, Geschäftsführer DB Magnetbahn GmbH, erklärte: „Wir sind erschüttert. Unser Mitgefühl gilt den Familien der Opfer.“
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