Rettungskräfte der Feuerwehr verschaffen sich über Drehleitern Zugang zu einem verunglückten Transrapid. Foto: dpa
VDI fordert schnelle Aufklärung
Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat eine schnelle Aufklärung des Unglücks gefordert. „Ein vorschnelles Urteil über die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Technik ist jetzt aber nicht sinnvoll“, erklärte VDI-Direktor Willi Fuchs in Düsseldorf. „Leider kann es auch bei sicheren Verkehrsmitteln zu Unfällen kommen. Oft liegen die Gründe dann in organisatorischen Mängeln.“ Der VDI ist als einer der Transrapidbefürworter in Deutschland.
Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Klaus Lippold, verteidigte den Transrapid. Trotz modernster Technologie gebe es keine Garantie für restlose Sicherheit, erklärte er. „Der Transrapid gilt als innovatives und sicheres Verkehrsmittel der Zukunft“, bekräftigte der CDU-Politiker. Jetzt gelte es, mögliche Risiken im Umfeld zu erkennen und für die Zukunft auszuschließen. „Dieses Bahnsystem in Frage zu stellen, wäre deshalb verfehlt.“
Lippold sprach den Betroffenen und Angehörigen seine Anteilnahme und beste Genesungswünsche aus. Welche Folgerungen aus dem schrecklichen Unglück zu ziehen seien, könne erst entschieden werden, wenn die Unfallursache geklärt sei. Der Verkehrsausschuss des Parlaments werde sich auf seiner nächsten Sitzung am Mittwoch mit dem tragischen Ereignis befassen.
Auch der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber hält am Bau einer Transrapidstrecke vom Münchner Flughafen zum Hauptbahnhof fest. Die Schlussfolgerung, das Projekt stehe vor dem Aus, „kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht ziehen“, sagte Huber dem „Münchner Merkur“ (Samstagausgabe). „Bei einer für den Verkehr freigegebenen Strecke schließt das Leit- und Sicherungssystem aus, dass sich ein anderes Fahrzeug im befahrenen Abschnitt befindet“ , sagte der CSU-Politiker.
Größte Testanlage für Magnetschwebefahrzeuge
Die Transrapid Versuchsanlage Emsland (TVE) erstreckt sich mit ihrer Länge von 31,8 Kilometern zwischen den Gemeinden Dörpen und Lathen im niedersächsischen Emsland nahe der holländischen Grenze und gilt als größte Testanlage für Magnetschwebefahrzeuge in der Welt. Die höchste auf der Versuchsstrecke erreichte Geschwindigkeit betrug 450 Kilometer pro Stunde.
Die bisher einzige kommerzielle Strecke verbindet auf 30 Kilometern in Schanghai den Flughafen mit dem Finanzdistrikt. Im Herbst sollte über den Bau einer Flughafenanbindung in München entschieden werden.
Der Transrapid wird von einem Konsortium aus Siemens und Thyssen-Krupp gebaut. Ein Siemens-Sprecher sagte, zunächst müsse nun der Unfall geklärt werden, bevor Rückschlüsse gezogen werden könnten. „Die Klärung läuft natürlich.“ Von der Thyssen-Krupp Technologies war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

