6 Bewertungen ****
20.08.2008 
Enttäuschung überwunden

Das Lächeln des Fabian H.

Nach dem Auftritt am Paradegerät Reck war Fabian Hambüchen erst einmal nicht nach Lachen zumute: Nur Bronze, dazu dreimal der vierte Platz. Nun gaben seine Trainer bekannt, dass selbst das so ungeliebte Edelmetall bereits einen Erfolg darstellte - Hambüchen war schon länger nicht in Form. Sein Lächeln fand der "Turnfloh" dann doch noch wieder.

Bronze, doch richtig glücklich wirkte Fabian Hambüchen nicht. Foto: ReutersLupe

Bronze, doch richtig glücklich wirkte Fabian Hambüchen nicht. Foto: Reuters

HB PEKING. "Wir sind heilfroh über Bronze. Denn seit langem war klar, dass Fabian nicht in der Form ist, die für einen Olympiasieg nötig gewesen wäre", erklärte Willam am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

"Bereits im Trainingslager in Tokio hatte er schon große Probleme mit seiner Reck-Übung und konnte sie oft nicht durchturnen", sagte Willam. Natürlich sei man damit bewusst nicht an die Öffentlichkeit gegangen, um den Athleten nicht zusätzlich zu verunsichern, meinte der Sportdirektor. In diesem Kontext wird klar, warum der Weltmeister von Stuttgart in Peking keinen Gedanken mehr daran verschwendete, seine noch schwierigere 7,3-Übung zu zeigen.

Wie Fabian Hambüchen den Kampf um olympisches Gold verlor

"Ein WM-Titel ist das eine, ein Olympiasieg das andere. Olympia ist vom Kopf her scheinbar etwas völlig anderes", konstatierte der Chef de Mission, Michael Vesper. Niemand belegte diese Aussage in Peking mehr, als Hambüchen, der neunmal hintereinander seine Reck-Übung fehlerfrei präsentiert hatte, in der Entscheidung aber seine Souveränität verlor. "Es lief halt nicht", hatte er als einzige Begründung für die Öffentlichkeit parat.

Der Reck-Champion hatte nach seiner sichtbar großen Enttäuschung zunächst eineinhalb Stunden warten müssen, bis er endlich zur Doping- Kontrolle gehen konnte. Nach einer Pizza im Internationalen Presse- Zentrum und einer innigen Begrüßung im Deutschen Haus von Peking huschte schließlich ein leichtes Schmunzeln über sein Gesicht. "Inzwischen kann ich mich schon ein bisschen über Bronze freuen", meinte er, schränkte aber umgehend ein: "Momentan bin ich nur froh, dass es vorbei ist." Allein diese Aussage belegt, wie sehr der kleine "Turn-Liebling" der Deutschen unter Druck stand.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

 

 

Bildergalerien

zurück
  • Acht Wege zum Glück

    Acht Wege zum Glück

    Am 08.08.2008 um 20.08 Uhr Ortszeit werden die Olympischen Sommerspiele in Peking eröffnet. Die Zahl Acht symbolisiert in China Glück. Davon bedarf es zum Gelingen dieser Spiele einer gewaltigen Portion. Mit welchen acht Initiativen Chinas Staatsführung das Misslingen ...Bildergalerie 

  • Tierische Spitzenathleten

    Tierische Spitzenathleten

    Bei den Olympischen Spielen in Peking messen sich die sportlichsten Menschen der Welt. Die weitaus besseren Olympia- Teilnehmer wären aber die Tiere unseres Planeten. Ein „sportlicher Vergleich“ von Rekordhaltern und wilden Athleten.Bildergalerie 

  • Olympia-Countdown läuft

    Olympia-Countdown läuft

    Der Countdown für die Olympischen Sommerspiele läuft: Gastgeber China übergab am Sonntag das Olympische Dorf an die rund 16 000 Athleten und Offiziellen. Bundespräsident Horst Köhler schickte das deutsche Team auf die Reise. Bildergalerie 

vor