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31.07.2008 
Antike Zahnradapparatur erneut untersucht

Olympische Daten auf dem Ur-Computer

Mehr als 2000 Jahre ist er alt, der Ur-Computer. An dem "Mechanismus von Antikythera", einer Art antiker astronomischer Rechenmaschine, ließ sich unter anderem der Vier-Jahres-Zyklus der Olympiade ablesen.

Das Foto zeigt Teile des Mechanismus von Antikythera, einer im 2. Jahrhundert vor Christus gebauten Zahnradapparatur (Archivfoto vom 30.05.2006). Foto: dpaLupe

Das Foto zeigt Teile des Mechanismus von Antikythera, einer im 2. Jahrhundert vor Christus gebauten Zahnradapparatur (Archivfoto vom 30.05.2006). Foto: dpa

HB LONDN. Dies ergab eine neuerliche Untersuchung der mehr als 2000 Jahre alten, hochkomplexen Zahnradapparatur, die im Jahre 1901 aus einem Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera geborgen wurde. Außerdem diente das Gerät zur Berechnung von Mond- und Sonnenfinsternissen, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal "Nature" (Bd. 454, S. 614).

Der "Mechanismus von Antikythera" besteht aus mehr als 30 bronzenen Zahnrädern, die ursprünglich vermutlich in einen Holzkasten integriert waren. Zahlreiche Experten haben sich seit der Entdeckung der Apparatur daran versucht, seine Funktion und Herkunft zu entschlüsseln. Fest steht bisher, dass das Gerät als astronomischer Kalender genutzt wurde, mit dem sich die Position und Bewegung von Himmelskörpern berechnen ließ.

Im Jahr 2006 hatten Wissenschaftler dann Ergebnisse von Röntgenanalysen und computertomographischen Untersuchungen der Apparatur veröffentlicht. Sie entzifferten zahlreiche bisher verborgene Inschriften und konnten weitere Funktionen der Zahnräder zumindest teilweise entschlüsseln.

Nun machte sich ein Forscherteam um Tony Freeth vom Antikythera Mechanism Research Project an eine neuerliche Interpretation des Zahnradmechanismus und der bisher entzifferten Inschriften. Die Wissenschaftler konzentrierten sich vor allem auf die Skalenscheiben an der Rückseite des Geräts. Eine dieser Scheiben ist ein sogenannter metonischer Kalender, der 235 Mondmonate und damit ziemlich genau 19 Jahre umfasst. In diesem Kalender haben 110 Monate eine Länge von 29 Tagen, die restlichen dauern 30 Tage. Einige Jahre in dem 19-Jahres- Zyklus haben 13 Monate, wobei jedes Jahr mit dem ersten Neumond nach der Sonnenwende beginnt.

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