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25.08.2008 
Olympia-Bilanz

Rogge beißt sich an China die Zähne aus

von Marcus Pfeil

IOC-Präsident Jacques Rogge hat zum Abschluss eine nüchterne Bilanz der Olympischen Spiele in Peking gezogen.

2012 wird der IOC-Präsident es vermutlich einfacher haben:  Jacques Rogge gibt bei der Abschlussfeier von Peking die Olympische Fahne an Londons Bürgermeister Boris Johnson weiter. Foto: dpaLupe

2012 wird der IOC-Präsident es vermutlich einfacher haben: Jacques Rogge gibt bei der Abschlussfeier von Peking die Olympische Fahne an Londons Bürgermeister Boris Johnson weiter. Foto: dpa

PEKING. Juan Antonio Samaranch brauchte das Ende dieser Spiele nicht abzuwarten, um den Satz zu sagen, den er immer sagt. „Das waren die erfolgreichsten Spiele aller Zeiten“, verkündete der IOC-Ehrenpräsident schon am Mittwoch im chinesischen Staatsfernsehen. Als er noch Chef des Internationalen Olympischen Komitees war, hatte er 2001 die Wahl Pekings als Ausrichter der Spiele durchgepeitscht. Das war drei Tage vor dem Ende seiner Amtszeit.

Die Konsequenzen dieser Entscheidung hatte seither Jacques Rogge zu tragen. Und so ließ er sich am Sonntagabend bei der Abschlussfeier nicht zu einem Superlativ à la Samaranch hinreißen. Er bezeichnete die Spiele als „wahrhaft außergewöhnlich“. Besser hätte es Jacques Rogge nicht auf den Punkt bringen können. Diese 29. Olympischen Sommerspiele waren wahrhaft außergewöhnlich – in jeglicher Hinsicht. Aber es waren nie seine Spiele.

Als er am Sonntag zum ersten mal seit der Eröffnungsfeier im Hotel Intercontinental erscheint, um sich den Journalisten zu stellen, spult er nur hastig die Fakten runter. „Das olympische Dorf war großartig, die Wettkampfstätten erstklassig, die Organisation makellos“, sagt er. Er preist die Abschreckung der über 5000 Dopingkontrollen und er verweist auf Wachstumsraten bei den TV-Einschaltquoten. „Das ist gut für uns“, sagt Rogge.

Die olympischen Spiele sind ein Produkt, das jeder haben will. Um die Spiele 2016 konkurrieren derzeit Tokio, Madrid, Rio de Janeiro und Chicago. Und weil das IOC ein Monopolist ist, kann es Preis und Konditionen nach Belieben bestimmen. Nur in China hat das nicht funktioniert. Rogge wirkte dabei stets wie ein Getriebener. Schon bei den hässlichen Bildern, die im Frühling in Paris, London und San Francisco die Fackel begleiteten, hüllte er sich in Schweigen, aber das war nur der Anfang.

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