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06.08.2008 
Ankunft im olympischen Dorf

Zuversicht und stille Zweifel

von Marcus Pfeil

Das olympische Feuer ist in Peking angekommen, das Athletendorf füllt sich: die Sommerspiele 2008 stehen kurz vor ihrer Eröffnung. Die Hoffnungen sind groß, dass nun der Kampf um Gold in den Vordergrund tritt. Mit dabei sind auch 440 Deutsche Sportler, zum Favoritenkreis zählen jedoch nur die "üblichen Verdächtigen".

Das olympische Feuer ist in Peking angekommen, der Sport tritt aalmählich in den Vordergrund. Foto: dpaLupe

Das olympische Feuer ist in Peking angekommen, der Sport tritt aalmählich in den Vordergrund. Foto: dpa

PEKING. Die deutsche Nationalhymne begleitet die deutsche Fahne den Mast empor. Michael Vesper und Thomas Bach stehen stramm und blicken ihr nach. Vesper ist Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und somit Chef der deutschen Olympia-Mission in Peking. Er hat sich seines Jacketts entledigt. Schweiß lässt sein weißes Oberhemd am Rücken festkleben. DOSB-Chef Bach schwitzt an diesem Vormittag hingegen lieber unter dem hellgrauen Sakko des offiziellen Mannschafts-Ausrüsters.

Chen Kai, Bürgermeister des olympischen Dorfes, begrüßt die 205 teilnehmenden Nationen im dorfeigenen Freilufttheater wie am Fließband. Mittlerweile fehlen kaum noch Flaggen. Die olympische Fackel ist bereits in Peking angekommen, übermorgen findet die Eröffnungsfeier statt, der Olympia-Park und das olympische Dorf füllen sich: Iraner, Argentinier, Kroaten, Brasilianer - die meisten Sportler haben in einer der 42 Bettenburgen des Dorfes ihr mit Landesfarben markiertes Quartier bezogen. Die Deutschen wohnen im Block C.

Deutsche Goldhoffnungen

Endlich, so wünschen es sich Vesper und Bach, soll der Sport Menschenrechte, Terrorangst, Doping und die chinesische Internetzensur als Themen dieser Spiele ablösen. Wer den beiden zuhört, könnte meinen, die Fechterin Imke Duplitzer ist die einzige Verbliebene in der deutschen Mannschaft, die noch immer davon spricht, nicht der Eröffnungsfeier beizuwohnen ("Wenn ich zum Zirkus hätte gehen wollen, wäre ich bei Roncalli").

Aber wenn das olympische Feuer erst einmal brenne, so Bach, übernehme der Sport. Jeder fiebere den Wettkämpfen entgegen. Natürlich könne jeder seine Meinung sagen, sagt auch Vesper, er habe aber den Eindruck, "dass jetzt die sportlichen Aspekte im Vordergrund stehen".

Schwarz-Rot-Gold baumelt im warmen Pekinger Föhn träge um den Fahnenmast. Die Hymne ist verklungen. Bach und Vesper dürfen sich wieder in ihre gepolsterten Sessel fallen lassen und gemeinsam mit 100 der 440 deutschen Athleten einer Gruppe chinesischer Kinder lauschen, die den Deutschen und der acht-köpfigen Delegation aus Burkina Faso ein Willkommensständchen bringt. Und vielleicht fragen sich beide in diesem Moment, wie oft sie die deutsche Hymne während dieser Spiele wohl nach Wettkämpfen hören dürfen.

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