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22.07.2008 
Vor Olympia

Anschlag in China schürt Terrorangst

von Andreas Hoffbauer

Trotz strengster Sicherheitsvorkehrungen vor Olympia detonieren in der Provinz Yunnan Sprengsätze in zwei Bussen. Die Regierung ´will hart durchgreifen, weil sie vor allem weitere Anschläge von Islamisten fürchtet. Für Menschenrechtsgruppen ist das nur ein willkommener Vorwand im Kampf gegen Regimekritiker.

Zwei Menschen starben bei den Anschlägen auf Busse in der Provinz Yunnan. Foto: ReutersLupe

Zwei Menschen starben bei den Anschlägen auf Busse in der Provinz Yunnan. Foto: Reuters

PEKING. Knapp drei Wochen vor den Olympischen Spielen in Peking hat ein Doppelanschlag auf Linienbusse mit mindestens zwei Toten die Terrorangst in China erhöht. Bei den Explosionen in der Stadt Kunming im Südwesten des Landes wurden nach Polizeiangaben zudem 14 Menschen verletzt. Die Polizei der Provinz Yunnan sprach nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua von einer „absichtlichen Tat“ und von „Sabotage“.

Die Regierung in Peking hat im Vorfeld der Olympischen Spiele wiederholt vor terroristischen Anschlägen gewarnt und die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Hauptstadt drastisch verstärkt. So steht eine 100 000 Mann starke Antiterrorgruppe bereit. Um das Pekinger Olympiagelände wurden Luftabwehrraketen stationiert, um mögliche Anschläge mit Flugzeugen zu verhindern. An Eingängen von U-Bahn-Stationen und Hotels wird jedes Gepäckstück durchleuchtet. Chemikalien oder andere Materialien, die sich zum Bombenbau eignen, dürfen gar nicht mehr oder nur unter Auflagen transportiert werden. Diese Beschränkungen stellen auch zahlreiche Industriebetriebe, die für ihre Produktion auf Zulieferungen angewiesen sind, vor erhebliche Probleme.

Die Busexplosionen haben Chinas Sicherheitskräfte nun in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die zwei Detonationen ereigneten sich gestern im Abstand von einer Stunde während der morgendlichen Hauptverkehrszeit im Zentrum der Provinzhauptstadt. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete von einer dritten Explosion, die sich nahe der Stadt Minshan ereignet haben soll. Dieser Vorfall wurde aber nicht bestätigt.

Die Provinz Yunnan grenzt an Vietnam, Laos, Myanmar und im Norden an die autonome Region Tibet. Das Grenzgebiet gilt als illegaler Waffenumschlagplatz. In der Provinz leben zudem viele Tibeter und Muslime. Peking fürchtet zu Olympia vor allem mögliche Anschläge muslimischer Extremisten sowie von tibetischen Unabhängigkeitskämpfern.

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