Nach einem Zeitungsbericht haben auch die in Peking zuständigen Stellen entsprechende Visa-Restriktionen verhängt. Danach werden Einladungen für ausländische Geschäftsleute in der Hauptstadt erst wieder ab 20. September ausgestellt.
Nur Manager, die zu einer Vertragsunterschrift nach China kommen müssten, könnten mit einem Visum rechnen, wird ein Offizieller aus Peking zitiert. Aber dann "muss der Antragsteller uns erst ein Exemplar des Vertrages vorlegen", so der Beamte laut der Zeitung. Nicht viele Firmen werden so mit ihren vertraulichen Vereinbarungen umgehen wollen.
Auch in Schanghai sollen Ausnahmen nur in ganz dringenden Fälen erteilt werden, erklärt die Behörde. Selbst dann werde eine Geschäftsreise nur "für kurze Zeit" möglich sein, heißt es dort. Abschließend wird darauf hingewiesen, dass die Bearbeitungszeit "wegen der besonderen Situation" deutlich länger als sonst dauern wird.
China verschärft zu den Spielen, die am 8. August in Peking eröffnet werden, nicht nur die Einresie, sondern hat bereits auch die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land deutlich erhögt. Flughäfen und Bahnhöfe werden überall streng kontrolliert, in den Austragungsorten patroulliert ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften. Peking ist von drei "Sicherheitsringen" umgeben, jedes Auto in die Stadt wird kontrolliert.
Aus Sicherheitsgründen mussten bereits auch Fabriken, vor allem aus der Chemiebranche, schließen. Am Standort Langfang in der Nähe von Peking sind davon auch deutsche Firmen betroffen. Damit soll die Produktion und der Transport von bombenfähigen Material unterbunden werden.
Die meisten deutschen Firmen in China hatten am Donnerstag noch keine Kenntnis von der neuen Visa-Verschärfung. Beim Siemens
-Konzern hieß es, man gehe davon aus, dass weiter entsprechende Einladungen ausgestellt werden. Auch der Volkswagenkonzern, der in Schanghai eine große Autofabrik hat, erklärte, es gebe trotz der neuen Restriktionen "noch Kanäle" in den Olympiaorten an Geschäftsvisa für einreisenede Manager zu kommen.

