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15.07.2008 
Olympia in China

Deutsche Firmen verhindern Produktionsstopp

von Andreas Hoffbauer

Das Thema schlug hohe politische Wellen. Für bessere Luft während der Olympischen Spiele drohte zahlreichen deutschen Firmen in der Nähe von Peking ein Produktionsstopp. Das Schlimmste konnte jetzt verhindert werden. Doch schon ab Sonntag sehen sich die Unternehmen mit einem weiteren Problem konfrontiert.

Im Kampf gegen die Luftverschmutzung greift die chinesische Regierung zumindest für die Zeit der Olympischen Spiele zu drastischen Maßnahmen. Foto: apLupe

Im Kampf gegen die Luftverschmutzung greift die chinesische Regierung zumindest für die Zeit der Olympischen Spiele zu drastischen Maßnahmen. Foto: ap

PEKING. Die meisten deutschen Firmen in der Nähe von Peking werden auch während der Olympischen Spiele weiter produzieren können. Den Unternehmen gelang es, Ausnahmeregelungen für ihre Produktionsstätten durchzusetzen. Allerdings wurden diese bislang nur mündlich und zum Teil mit erheblichen Auflagen erteilt. Bis jetzt lagen noch keine schriftliche Mitteilungen der Behörden vor. „Es ist noch immer sehr vieles unklar“, erklärte ein deutscher Manager vor Ort.

Grund für die Verwirrung: Am 4. Juli war 86 Firmen am Industriestandort Langfang nahe Peking mitgeteilt worden, dass sie ihre Produktion vom 15. Juli bis Ende September einstellen sollen. Bislang haben nach Handelsblatt-Informationen bereits 43 Firmen die Zusage für eine Weiterproduktion bekommen.

Die Ausnahmeregelungen wurden am vergangenen Donnerstag bei einer „Olympic Safety Re-education Ceremnoy“ in Langfang ausgesprochen. Nur eine deutsche Firma – Hoesch Metallurgie - hat angeblich keine Ausnahmeregelung erhalten. Bei dem Unternehmen war dazu niemand zu sprechen.

Die chinesischen Behörden wollen mit der zeitweisen Fabrikschließung gegen die Luftverschmutzung in der Olympiastadt ankämpfen. Zudem werden Sicherheitsbedenken genannt. In Langfang arbeiten viel Firmen mit Chemikalien. China fürchtet während der Sommerspiele, die am 8. August in Peking starten, mögliche Terroranschläge.

Betroffen sind in Langfang Unternehmen aus vielen Ländern. Die Maßnahme sei keine Aktionen, die sich gegen ausländische Unternehmen richte, sagt Leif Göritz, Geschäftsführer des German Centre in Peking. „Überwiegend sind chinesische Unternehmen betroffen.“

Einige der deutschen Firmen hatten jedoch Anwälte und die deutsche Botschaft eingeschaltet. Das Thema schlug auch politische Wellen. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte, dass es sich mit dem Vorgang beschäftige.

Die Deutsche Kammer in Peking sieht inzwischen keine Probleme mehr für die Unternehmen in Langfang. „Wir gehen davon aus, dass in Langfanfg auch während der Spiele weiter produziert wird“, so die Auskunft. Man rechne nicht mit Einschränkungen für die deutschen Firmen vor Ort.

Die betroffenen Unternehmen sind da skeptischer. Die Lack- und Farbenfabrik Wörwag in Langfang kann zwar weiter arbeiten, bestätigt Geschäftsführer Werner Kaufmann, „aber nur bis 8. August - dann ist definitv Schluss.“

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