Die lukrativsten Weltrekorde bei Olympia stellt kein Athlet auf - sondern das Internationale Olympischen Komitees. Schon der zu Ende gehende olympische Zyklus mit Winterspielen in Turin und Sommerspielen spülte mit 2,6 Milliarden Dollar Fernseheinnahmen neue Höchstsummen in die Kassen des IOC.
HB PEKING. Dem IOC scheint ein Boom ohne Ende ins Haus zu stehen: Für die nächste Olympiade in Vancouver und London erwartet IOC - Marketingdirektor Timo Lumme noch einmal 50 Prozent höhere Einnahmen: Nach derzeitigem Stand wird das IOC für sein Produkt Olympia dann 3,8 Milliarden Dollar nur mit dem Verkauf der Fernsehrechte verdienen. Bei solchen Wachstumsraten würde sich jeder Konzernboss die Hände reiben.
Olympia-Einnahmen - Mit dem Fall des Dollars wächst der Neid
Für die Weltbevölkerung bedeutet dies, dass es praktisch keine olympia-freien Zonen mehr gibt. Aus Peking werden insgesamt 5000 Stunden Olympia übertragen - nach Lummes Angaben drei Mal so viel wie aus Athen 2004. Die Zuschauerquoten sind nach Angaben Lummes höher als je zuvor - sogar in Europa, wo die Wettbewerbe live nur am Tage zu sehen sind. "Die Leute gucken zu Hause - und sie gucken während der Arbeitszeit", sagt Lumme. Die olympischen Wettbewerbe sind mittlerweile in über 200 Ländern und Territorien zu empfangen.
Olympische Eröffnungsfeier: Lichtermeer im Vogelnest
Allein die Eröffnungsfeier verfolgten nach den vorläufigen Schätzungen weltweit 1,2 Milliarden Menschen vor dem Fernseher, davon zwei Drittel in China. Die steigenden Preise für die Übertragungsrechte erklären sich unter anderem mit dem rasanten Wachstum des Internet-Markts. Der US-Sender NBC meldet für seine olympischen Webseiten 30 Mal höhere Zugriffsraten als 2004 in Athen.

