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30.07.2008 
Schwächelnde Weltwirtschaft setzt Sportkonzernen zu

Olympia ist nur Fassade

von Joachim Hofer

Das größte Sportereignis des Jahres soll den führenden Sportartikelherstellern Auftrieb verleihen. Doch trotz der Werbewirksamkeit der Olympischen Spiele ächzen Adidas, Nike und Co. unter der schwächelnden Weltwirtschaft. Zu allem Überdruss drohen nun auch die Löhne in China zu explodieren. Einen Rettungsanker haben die Konzerne jedoch.

Die Gewinne von Adidas, Reebock und Co. kommen unter Druck. Foto: dpaLupe

Die Gewinne von Adidas, Reebock und Co. kommen unter Druck. Foto: dpa

MÜNCHEN. Mag sein, dass der Smog in Peking den Blick auf die Athleten etwas vernebelt. Die großen Sportartikelkonzerne werden es dennoch schaffen, ihre Markenzeichen während der Olympischen Spiele ins rechte Licht zu setzen. Schließlich gibt es keine bessere Werbung als Sportler, die in den Leibchen von Nike, Adidas oder Puma auf das Podest klettern, um Medaillen entgegenzunehmen.

Nächste Woche beginnt das größte Sportevent des Jahres. Die Anleger sollten sich von Glanz und Glamour aber nicht blenden lassen. Olympia ist zwar wichtig fürs Image der Sportkonzerne. Vor Ort in China wird die Großveranstaltung auch Käufer in die Läden locken. Für den langfristigen Unternehmenserfolg - und damit für den Aktienkurs - sind jedoch andere Entwicklungen bedeutender.

Zum Beispiel die Löhne in China. Die HSBC-Bank geht davon aus, dass die Arbeiter in den Turnschuhfabriken der Volksrepublik dieses Jahr etwa zehn Prozent mehr Geld bekommen. Das belastet die Konzerne, denn etwa die Hälfte aller Sportschuhe kommt aus China. "Die Löhne, die ja von der Regierung festgelegt werden, sind allmählich zu hoch", klagte Adidas-Chef Herbert Hainer jüngst. Doch neue Fabriken an günstigeren Standorten lassen sich nicht einfach aus dem Boden stampfen.

Die Sportartikelanbieter können die höheren Kosten aber nicht einfach weitergeben. Die USA, der wichtigste Sportmarkt der Welt, kämpfen mit einer Finanzkrise. Auch in Europa sind die Menschen nicht in Kauflaune. Für den August ermittelten die Marktforscher der GfK das kühlste Konjunkturklima in Deutschland seit fünf Jahren. Dazu kommen steigende Rohstoff- und Transportkosten. All dies könnte in den nächsten Monaten die Margen der gesamten Branche drücken.

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