„Da kommen auf alle erhebliche Kosten zu“, sagt Hubertus Schröder, China-Repräsentant des Logistikunternehmens Schenker. Zumal auch normale Fracht während der Spiele deutlich reduziert werden dürfte, wie Schenker erwartet. Schon jetzt dürfen Batterien, Kugelschreiber oder Datenträger nicht mehr einfach durch das Land befördert werden. Und die Angst vor dem Terror trifft nicht nur die Industrie: Propangasflaschen für den Gartengrill gibt es in Peking nur noch mit Ausweis und genauer Kundenregistrierung.
Vor allem die kurzfristige Informationspolitik der Behörden regt ausländische Manager auf. „Es gibt keine transparenten Regelungen“, so Wuttke. Dies könne zu „unnötigen Verlusten durch Produktionsunterbrechungen“ führen, hat er vor Wochen an das Ministerium für öffentliche Sicherheit geschrieben. Bislang gab es keine Antwort. Die Beratungsfirma Access Asia in Schanghai sieht bereits Textilaufträge von China in andere Billigländer abwandern – wegen der strikten Visavergabe zu Olympia. Denn viele ausländische Qualitätskontrolleure kommen nicht mehr ins Land. Nur wenige Handelskonzerne seien aber gewillt, „500 000 Lederjacken ohne jede Qualitätskontrolle produzieren zu lassen“.
Nicht so streng sind die Restriktionen in der Olympia-Stadt Schanghai, dem wichtigsten Zentrum der deutschen Wirtschaft in China, wo auch die Chemiekonzerne Bayer, Lanxess, Wacker und BASF ansässig sind. Die Behörden seien hier „sehr kooperativ“, heißt es etwa bei Bayer. Auch Volkswagen geht davon aus, dass in der Produktion in Schanghai „normal durchgefertigt“ werde.
Fast alle in China tätigen Firmen haben für olympische Engpässe intern Sonderstäbe gebildet. So auch der Sportartikelhersteller Adidas, der gerade seinen größten Laden weltweit in Peking eröffnet hat. Damit die Kunden während der Spiele nicht vor leeren Regalen stehen, habe man vor Ort zusätzliche Lagerkapazitäten angemietet, sagt China-Chef Wolfgang Bentheimer. Aber Adidas denke auch über „unkonventionelle Lösungen“ nach – etwa den Einsatz von Fahrradkurieren.

