Kanadas Grenzhüter schaden der Wirtschaft
Eine zu lasche kanadische Grenzkontrollpolitik kritisiert die Financial Post . "Seit der Gründung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta) werden auch an der Grenze zwischen den USA und Kanada Produkte kontrolliert - und zwar auf ihre Herkunft, damit Wareneinfuhr durch die Hintertür verhindert wird." Doch auch die Bewegung von Menschen - Touristen und Immigranten - sollte nach Meinung des Blattes kontrolliert werden. "Die Amerikaner glauben, dass die Kanadier keinen guten Job machen, und sie haben zum Teil Recht", zitiert das Blatt einen ehemaligen Zollbeamten. "Amerika ist vor allem Sicherheit an der Grenze wichtig, Kanada bewertet Grenzpolitik dagegen aus Handels- und Touristensicht. Doch so wie es derzeit läuft, stellt die Grenze ein Problem für Wirtschaft und Handel dar." So unternehme Kanada zu wenig, um Schmuggler zu fassen; auch gelangten viel zu viele Waffen ins Land, was zu einer höheren Kriminalitätsrate und zur Beeinträchtigung von Wirtschaft und öffentlichem Leben führe. Ein Grund seien u. a. mangelnde Kenntnisse bei Grenzkräften und Zollbeamten: "Der Chef der kanadischen Grenzdienstagentur ist Meteorologe!"
Unheilvolles Bündnis zwischen Russland und der OPEC
"Eine Allianz zwischen Russland und der OPEC wäre eine Bedrohung für die Weltwirtschaft", meint der Observer mit Blick auf deren jüngste Annäherung. "Russland deckt ein Drittel des Energiebedarfes in Europa, die OPEC stemmt rund 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion. Zusammen kommen die beiden auf die Hälfte des weltweit geförderten Erdöls, jeglicher Pakt zwischen ihnen würde Länder wie Großbritannien, die zunehmend von Importen abhängig sind, gefährden", warnt das britische Sonntagsblatt. Denn der Illusion, dass die Beiden verantwortungsvoll mit ihrer Macht umgehen, dürfe man sich nicht hingeben. Was Russland betreffe, sei zum Beispiel daran erinnert, dass Gazprom
-Chef Alexej Miller vor drei Monaten einen Ölpreis von 250 Dollar pro Barrel vorgeschlagen habe. "Zudem wäre eine Allianz mit der OPEC ein Segen für den Kreml: Es würde ihn bestärken in einer Zeit, in der er Freunde im Westen aufgrund der Invasion in Georgien verliert und zeigt, wie ausländische Unternehmen wie BP
in Russland drangsaliert werden." Auch für die OPEC wäre eine Bündnis wünschenswert, denn langfristig werde deren Einfluss sinken. "Doch noch ist die OPEC stark genug, in absehbarer Zukunft muss man deshalb mit ihr rechnen. Das weiß Russland."
Selbst Carlos Ghosn ist machtlos
"Wenn Renault
niest, bekommt Frankreich längst keinen Schnupfen mehr", stellt der Nouvel Observateur nüchtern fest. Denn der Streik bei dem Automobilbauer gegen die Entlassung von 3.000 Mitarbeitern in der gesamten Gruppe und weiteren 1.000 im Werk in Sandouville sei fast unbemerkt über die Bühne gegangen: "Nach Angaben der Gewerkschaft CGT haben 2.000 Angestellte die Arbeit niedergelegt. Von insgesamt 41.000 Angestellten. Für ganze zwei Stunden!" Hinter vorgehaltener Hand hätten Gewerkschaftsvertreter längst bestätigt, dass Sandouville nicht mehr zu retten sei. Und auch die Grünen hätten nicht zu Unrecht bemerkt, dass die Automobilhersteller und die Gewerkschaften sich lieber über die Zukunft des Autos unterhalten sollten, als über Gehälter, Arbeitszeiten oder Entlassungen. "Die Ankunft von Carlos Ghosn an der Spitze von Renault
wurde gefeiert wie die Ankunft eines Messias. Doch selbst der geschickteste, dynamischste Boss kann wenig ausrichten gegen das radikale Infragestellen einer Zivilisation, die auf Mobilität und Autos beruht - weil die Umwelt zu stark belastet wird und weil Kraftstoffe zu teuer werden", kommentiert das Magazin. Das Ende der Petrolwirtschaft sei nun mal eingeläutet, in dieser Situation etwa den Beschäftigten in Sandouville vorzumachen, sie hätten noch eine Zukunft, sei unverantwortlich.
Repsol
steht auf sicheren Beinen
Expansión kommentiert die Befürchtung, Sacyr
könne die Beteiligung an Repsol
aufkündigen. Der Ölriese sei eigenständig genug, um Alternativen auf der dicht gesäten Karte geschäftlicher Bewegungen im Energiesektor zu suchen, kommentiert das Blatt. Unabhängig davon, ob Sacyr
nun gehe oder nicht, sei Repsol
dank des robusten strategischen Geschäftsplans 2012 auf dem Markt bestens aufgestellt. Jeder, der die Regeln des Marktes akzeptiere, wisse, dass der Rückzug von Sacyr
als Investor in Repsol
eine Möglichkeit sei. Die Frage sei daher nur, welche betrieblichen Szenarien sich auftäten, sollte sich Sacyr
tatsächlich von Repsol
trennen und ob die Chefetage des Ölkonzerns in der Lage sei, auch dann noch nach geschriebenem Drehbuch zu agieren. Der Strategieplan von Repsol
für die nächsten Jahre setze insbesondere auf geografische Diversifizierung, also weniger Gewicht auf dem Standort Lateinamerika, und versuche, bis zum letzten Euro die bestehenden Geschäftsbereiche rentabel zu machen, oder aufzugeben.

