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15.09.2008 

Piëch nimmt einen ganzen Konzern in Geiselhaft

Die Süddeutsche Zeitung kommentiert Ferdinand Piëchs Verhalten im aktuellen Machtkampf zwischen VW und Porsche.: "Offen unterstützt er im Aufsichtsrat von VW, dessen Vorsitzender er ist, diejenigen, die den Einstieg von Porsche bei VW bekämpfen. Dabei hat er als Miteigner von Porsche alle Entscheidungen seiner Familie beim VW-Engagement mitgetragen." Piëch sei vor allem gegen Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking, der ihm zu mächtig geworden sei. Um diesen aus dem Amt zu kippen, paktiere der 71-jährige Enkel des Käfer-Konstrukteurs Ferdinand Porsche skrupellos mit den Gewerkschaften. Doch ein "Mann, der Konflikte schürt, weil er undurchsichtige persönliche Motive verfolgt, ist nicht geeignet, Europas größten Autokonzern zu kontrollieren." Auch Wiedeking habe Fehler gemacht, doch Piëchs Verhalten sei schlimmer: Er nehme "einen ganzen Konzern als Geisel", nur weil ihm ein Manager nicht passe.

Wer ist Schuld am Moskauer Börsencrash?

Das russische Wirtschaftsblatt Vedomosti kommentiert die anhaltend schlechte Entwicklung der Moskauer Börse. Die von der Regierung favorisierte Erklärung, die Finanzkrise in den USA sei an allem schuld, sei schwer von der Hand zu weisen. Immerhin seien alle aufstrebenden Märkte im Minus. Während ihr Index MSCI aber lediglich 20 Prozent seit Jahresanfang einbüßte, fiel die russische Börse um 46 Prozent. "Einige Gründe liegen also auch im Handeln der russischen Führung", kommentiert das Blatt und verweist auf den Georgien-Konflikt sowie den Skandal um den Stahlkonzern Mechel und den Aktionärsstreit bei TNK-BP. Die Ankündigung Medwedews, die Aktienkurse durch staatliche Investitionen zu stützen, sei widersprüchlich. "Wenn der Kursverfall wirklich nur mit der globalen Konjunktur zusammenhängt, wie es die Regierung gern darstellt, dann ist eine solche Unterstützung nichts anderes als eine Zuzahlung aus Mitteln russischer Staatsbürger an abziehende Investoren", meint die Zeitung.

Fundstück: Wie Amazon Viagra auf die Sprünge verhalf

20 Prozent aller weltweit versendeten Spam-Mails entfallen auf Potenzmittel, allen voran Viagra. Grund für den Business Spectator aus Australien, den Erfolg der stimulierenden Müllpost zu hinterfragen. Zum einen liege es daran, dass die Pillen in Ländern, in denen das Patent abgelaufen sei, billig produziert würden und die Hersteller das Internet nutzten, um diese an den Mann zu bringen. Schuld für den Spam-Erfolg trage aber auch Amazon.com: "Der Online-Händler führte Mitte der 90er Jahre das Partnersystem ein: Um seinen Umsatz mit Büchern zu steigern - und seine Macht auf dem Büchermarkt auszubauen - durfte praktisch jeder, der eine Website besaß, auf Bücher bei Amazon verlinken. Für jedes so verkaufte Buch bekam er eine Provision." Dieses System hätten die Viagra-Spammer übernommen: "Jeder kann mitmachen, solange er Bestellungen zu einer Gebühr von 40 Prozent des Transaktionswertes erzeugen kann." Das Resultat: Heute würden schätzungsweise jeden Tag 12,4 Milliarden Spam-Mails mit Werbung für Viagra und andere Mittelchen oder Produkte versendet. In den USA würden immerhin 8 Prozent der Spam-Empfänger tatsächlich das beworbene Produkt kaufen.

Für Handelsblatt.com zusammengestellt von » ecolot.de.

Mitarbeit: Kerstin Herrn, Florian Käfer, Maxim Kireev.

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