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04.04.2008 

US-Steuersystem in der Kritik

Das US-Magazin » Fortune schreibt über das ungerechte Steuersystem in den USA, wo einer immer kleineren Anzahl von Reichen eine immer größere Steuerlast aufgebürdet werde – ein Thema, das von den Präsidentschaftskandidaten leider ausgeblendet werde. De facto bezögen die unteren 40 Prozent der über ein Einkommen verfügenden Amerikaner mehr Geld aus dem Einkommenssteuer-System als sie einzahlten. Dass die Reichen in den vergangenen Jahren mehr Steuern gezahlt hätten, obwohl die Steuern gesenkt worden seien, lasse darauf schließen, dass ihre Einkommen schneller gewachsen seien als die der restlichen Bevölkerung. Folge der Entwicklung: Der soziale Zusammenhalt zerfalle, die Mehrheit, die nichts einzahle, blicke neidisch auf die Top-Verdiener, die wiederum Gering-Verdiener abschätzig beurteilten. „Es bleibt abzuwarten, ob die Kandidaten gute Vorschläge zu diesem Thema machen, insbesondere zur Frage, wie Geringverdiener einen Teil der Ertragskraft bekommen, die derzeit bei den besser ausgebildeten Bürgern liegt“, schreibt das Magazin.

Südafrika: Chance für öffentliche Verkehrsmittel

Die » CapeTimes aus Südafrika sieht angesichts der immer weiter steigenden Benzinpreise eine große Chance für neue Investitionen im Bereich der Infrastruktur. In den vergangenen Jahrzehnten seien durch den wachsenden privaten Autoverkehr öffentliche Verkehrsmittel wie Bahn und Bus fast völlig aus dem Straßenbild verschwunden oder ärmeren Bürgern vorbehalten. Da sich jedoch immer weniger Südafrikaner ein eigenes Fahrzeugs leisten könnten, stiegen immer mehr Pendler auf die noch vorhandenen Busse und Bahnen um. Diese verbuchten schon jetzt einen deutlichen Anstieg an Fahrgästen. „Südafrika muss dies als Gelegenheit sehen, sein öffentliches Verkehrssystem radikal aufzustocken. Weil mehr und mehr Leute sich für öffentliche Verkehrsmittel entscheiden, wird sich der Degressionseffekt erhöhen und Investitionen wieder verstärkt getätigt werden“, schlussfolgert die Zeitung. Europäische Länder mit ihren hervorragenden Bus- und Bahnsystemen dienten als erfolgreiches Beispiel.

China: Angst vor dem Abschwung

Noch vor der Veröffentlichung der ersten Quartalszahlen hätten zwei unabhängige Institutionen ihre Prognosen für das chinesische Wirtschaftswachstum in 2008 korrigiert, berichtet » China Daily: Die Weltbank gehe von 9,4 Prozent aus (zuvor: 9,6 Prozent), die Asian Development Bank von 10 Prozent (zuvor: 11,4 Prozent). „Diese Zahlen passen zur Realität“, meint die Tageszeitung. So seien die Nettoexportzahlen im Januar erstmals unter die 20 Milliarden Dollar-Grenze gerutscht und im Februar auf 8,6 Milliarden Dollar eingebrochen. Die Inflationsrate sei dagegen auf 8,7 Prozent gestiegen. „Dabei findet die Tatsache, dass der private Konsum zurückgeht, noch zu wenig Beachtung: Um die Wirtschaft zu stabilisieren, müssten die Chinesen wieder mehr Geld ausgeben. Die Regierung muss deshalb dringend Maßnahmen zum Schutz ihrer Kaufkraft ergreifen“, fordert das Blatt.

Fundstück: Schluss mit peinlichen Pupsen

Die » Times of India hat sich – in einem satirischen Leitartikel – Gedanken über das große Potenzial einer (offenbar fiktiven) Erfindung des amerikanisch-koreanischen Physikers Dajok Sonyoo und seines türkischen Kollegen Euff Bin-Hdad gemacht. Das Team habe ein Material entwickelt, das Schallwellen und somit Geräusche ausbremsen könne. In der Kriegsführung seien Soldaten bald von den Feinden nicht mehr auf Grund ihrer Feuersalven ortbar, weil sie, wenn das Knallen zu den Ohren der Feinde dringt, längst über alle Berge seien – ihre Gewehre seien nämlich mit dem neuen Material umhüllt. Auch im Umgang mit Säuglingen biete die Erfindung Vorteile: Eltern müssten nicht mehr wegen ihrer pupsenden Babys (O-Ton der Zeitung: „nicht-absichtliche Körperfunktionen, begünstigt von un- oder unterentwickelter Muskulatur“) schamesrot anlaufen.

Für Handelsblatt.com zusammengestellt von » ecolot.de

Mitarbeit: Charlotte Bartels, Peggy Pfaff, Jennifer Willms.

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