GM setzt alles auf den „Volt“
Das US-Magazin The Atlantic beschreibt den Überlebenskampf des Autobauers, der sich im Bau des Elektroautos „Volt“ kristallisiere. Der US-Konzern werfe alles, was er besitze, in die Waagschale – und sollte das Projekt zum Bau eines Elektroautos mit integriertem Verbrennungsmotor zum Wiederaufladen des Akkus gelingen, sei es aussichtsreich. GM müsse jedoch unter hohem Zeitdruck und parallel an der Konzeption des Akkus sowie am Bau des restlichen Autos arbeiten, um die vorgegebene Frist zur Markteinführung (2010) einhalten und so den Vorsprung von Toyota verkürzen zu können – dies sei ein Novum für die Autoindustrie. Im gesamten Konzern bis in die Führungsetage von Rick Wagoner werde das Projekt mit der Apollo-Mondlandung verglichen. „Mit dem Volt-Modell hofft GM – ramponiert, angeschlagen, um Profitabilität ringend – nicht nur, das Auto neu zu konzipieren, sondern auch das grundlegende Bild der Öffentlichkeit von Autos, das Image von GM sowie das Selbstbild von GM zu erneuern“, analysiert das Magazin.
Brasilianische Viehzüchter unschuldig
Immer wieder werden die Viehzüchter für die Abholzung des Amazonasregenwalds verantwortlich gemacht – als Beweis werden die Zahlen über wachsende Rinderherden im Amazonasgebiet herangezogen. Aber diese Zahlen des nationalen Statistikbüro reichten nur bis ins Jahr 2006, kritisiert der brasilianische Estadao. Seitdem seien die Herden aber geschrumpft, da es an geschlechtsreifen Kühen fehle. Die Herden seien in einer Phase der Regenerierung. Jetzt stehe die Erhöhung der Produktivität, also die Steigerung der Geburtenrate, im Fokus der Viehzüchter. Erst 2018 werde wieder neues Land benötigt, schätzt das Blatt. Fazit: Wer die Schuld an der Abholzung des Regenwald einfach den Viehzüchtern zuschiebe, mache es sich zu einfach, dieses komplexe Problem zu lösen.
Fundstück: USA wird europäisch
Erstaunt verfolgt der Freakonomics-Blog der New York Times, wie sich die USA immer stärker in ein zweites Europa verwandelten. „Ja, wegen der steigenden Benzinpreise. Und ja, wegen der Umweltschutz-Sorgen. Und ja, vielleicht fällt mir das nur auf, weil uns die Benzinpreise und Umweltschutz-Sorgen dafür sensibilisiert haben. (Solche Phänomene nennt man Bestätigungsfehler, und sie betreffen uns wohl alle).“ Darüberhinaus sei jedoch erstaunlich, dass die US-Städte zunehmend auch im Verkehrswesen europäisch würden: So sei in Washington ein öffentlicher Fahrradverleih eröffnet worden, ein Teil des Broadways sei jüngst für Fahrradfahrer gesperrt worden. „Ich war letztes Jahr in Berlin und konnte es nicht glauben, wie viele Leute mit Fahrrädern unterwegs sind, und das ist eine große, auseinandergespreizte Stadt. Das ist natürlich viel einfacher mit entsprechenden Radwegen – und wenn man sein Rad irgendwo parken kann“, staunt der Reporter.
Für Handelsblatt.com zusammengestellt von » ecolot.de
Mitarbeit: Charlotte Bartels, Florian Käfer.

