Chinas Kreditkarten-Boom
Die Asia Times analysiert den Kreditkarten-Boom in China. Während die Verbraucher bislang als passionierte Sparer bekannt gewesen seien, legten sich immer mehr Chinesen Kreditkarten zu. Ende März seien 104 Millionen Kreditkarten in Umlauf gewesen, 93 Prozent mehr als im Vorjahresquartal; zusammen mit den Kundenkarten der Banken habe die Zahl sogar bei 1,6 Milliarden Karten gelegen. „Die zunehmende Verbreitung der Kreditkarten entspricht den Zielen der Regierung“, erklärt die Zeitung. Peking wolle die Verbraucherausgaben erhöhen und die Abhängigkeit des Wirtschaftswachstums von Exporten verringern. Bis zum kommenden Jahr, so die Pläne der Regierung, soll rund ein Drittel der Käufe im großstädtischen Einzelhandel per Kredit- und Kundenkarten abgewickelt werden – 2005 lag der Anteil bei zehn Prozent. Die Regierung forciere Kreditkartengeschäfte außerdem, um die geschäftlichen Transaktionen und Steuerzahlungen der Händler zu kontrollieren und so die Geldwäsche zu reduzieren.
Fundstück: Die Lücken auf Obamas iPod
Das Musikmagazin Rolling Stone hat Barack Obama in einem Interview nach dessen iPod-Songs gefragt. Ergebnis: viel Mainstream, am liebsten Stevie Wonder, daneben Bruce Springsteen, Earth, Wind and Fire, Elton John, die Rolling Stones und Bob Dylan, schließlich aber auch Rapper wie Jay-Z und Ludacris. Der britische Guardian nimmt das Interview als Steilvorlage, um Obama vorzuwerfen, sich mit den iPod-Aussagen bei den Baby-Boomern in den USA anzubiedern. Die „einzige Lücke“ in Obamas „semiotischem Code“ seien „ein, zwei Knochen, die er der weißen Arbeiterklasse vorwerfen kann“ – diese Schicht erreiche er mit seinem iPod-Geschmack nämlich noch nicht. „Ein richtig machiavellistischer Politiker hätte ein paar Töne von Kenny Chesney oder Garth Brooks hinzugefügt, nur um zu zeigen, dass er sein Herz an der richtigen Stelle trägt.“ Grundsätzlich unterscheide sich die Playlist von Obama kaum von der John Kerrys, Al Gores, John Edwards' oder Sheryl Crows. „Ich persönlich hätte an Obamas Stelle den iPod von Hillary Clinton gestohlen.“
Für Handelsblatt.com zusammengestellt von www.ecolot.de.
Mitarbeit: Florian Käfer.

