Keine Marke ist die beste Marke
Newsweek empfiehlt die Lektüre von „Buying In“, ein Buch des New York Times-Kolumnisten Rob Walker. Der Publizist gehe darin der Behauptung vieler Kunden nach, keine Markenware zu kaufen. „Alle meinen, sich mit ihrer Kreditkarte keine Identität zu schaffen, aber die Realität sieht anders aus.“ Denn inzwischen befänden sich die Verbraucher in einer neue Ära, der Ära des „murketing“ – eine Zusammensetzung aus „murky“ und „markting“. „Murky“ stehe dabei für die ausgefeilten Taktiken der Marketingexperten, die Grenzen zwischen Markenware und Alltag zu verwischen. So habe es z.B. Dunkin’ Donuts geschafft, dass sich Teenager das Firmenlogo als temporäre Tattoos auf die Stirn brennen ließen. Oder American Apparel: Das Unternehmen habe mit Logo-freier Kleidung eine neue Marke geschaffen – nach dem Motto: „Die beste Marke ist keine Marke“.
Lob für deutsche Discounter
Erfolg in der Krise? Der Independent aus Großbritannien erklärt, warum zehn der großen Einzelhändler auf der Insel den trüben Aussichten trotzen – obwohl die Verbraucher auch dort die Gürtel enger schnallen. Darunter auch zwei deutsche Unternehmen, Aldi und Lidl. Zu Aldi bemerkt die Zeitung erstaunt, dass der Discounter immerhin ein Einstiegsgehalt von 40.000 Pfund zahle, und für Manager, die am Weiterbildungsprogramm teilnehmen, auch mal ein voll ausgestatteter Audi A4 möglich sei. „Aldi hat 2007 seinen Umsatz auf 1,3 Milliarden Pfund gesteigert, das ist ein Plus von 12,1 Prozent. Die Kreditkrise und die Inflation treiben die Kunden, auch die Mittelklasse, zu Aldi. Zudem hat sich der Ruf des Discounters hinsichtlich der Qualität seiner Produkte stark verbessert.“ Lidl habe in den letzten 12 Wochen, so ein TNS-Panel, 12,8 Prozent mehr Umsatz gemacht: „Der Discounter zieht eine breite Masse von kostenbewussten Verbrauchern an, die ihn wöchentlichen nutzen oder als Ergänzung zu den Einkäufen bei anderen Händlern.“
Ein Jahr der Krise
La Tribune aus Frankreich rekapituliert ein Jahr der Krise: „Vor einem Jahr nahm sie ihren Anfang, bei der amerikanischen Bank Bear Stearns, mit dem Zusammenbruch zweier Fonds. Die Bank gibt es inzwischen nicht mehr, die beiden für die Fonds verantwortlichen Chefs sind letzte Woche verurteilt worden.“ Der amerikanischen Regierung und der US-Notenbank sei Respekt zu zollen, für ein Jahr intensiven Bemühens um Schadensbegrenzung. „Sie haben bedeutende Maßnahmen ergriffen, den verschuldeten Haushalten geholfen, den Konsum angekurbelt, die Leitzinsen drastisch gesenkt: Kurz, im Königreich des laisser-faire haben sie massiv eingegriffen und die Möglichkeiten des laisser-faire begrenzt. Das Ergebnis: Die drohende Rezession hat sich bislang nicht eingestellt.“ Dennoch müsse jedem klar sein, dass die Krise noch nicht vorüber sei.
Schlechter Sommer für Sardinen
El País aus Spanien befürchtet das Schlimmste für die blauen Fische. Während laut Statistiken die Lebensmittelpreise im Juni durchschnittlich um 5,1 Prozent gestiegen seien, treffe es zum Sommerbeginn die Sardinen als traditionelles Landesgericht mit 14 Prozent Preisanstieg besonders hart. Aber damit nicht genug. Hühnchen, Feinbäckerei, Joghurt und Eier seien im Vergleich zum Vorjahr wesentlich teurer und der Spitzenreiter Zitrone koste stolze 63 Prozent mehr. Hinzu komme, dass sich die Lebensmittelpreise zwischen Hersteller und Supermarktregal vervierfachten. „Völlig inakzeptabel“, zitiert das Blatt die Meinung von Verbraucherverbänden wie UCE und eaccu zum Preisaufschlag. Aufatmen könnten Verbraucher allenfalls bei Saisongemüse wie Paprika und Zwiebeln; diese seien reichlich und so auch etwas günstiger zu haben.

