René Obermann zu langsam
Die » Süddeutsche Zeitung zweifelt am Erfolg von Telekom-Chef René Obermann, der sowohl von der Beteiligungsgesellschaft Blackstone, als auch von Vertretern der Bundesregierung sowie gestern von Kleinanlegern auf dem Aktionärstreffen öffentlich gelobt wurde. Obermann habe nichts falsch gemacht, müsse seine Pläne aber schneller durchziehen, wolle er den Aktienkurs steigern. „Mit den Zukäufen im Ausland liegt Obermann deutlich hinter Konkurrenten wie der britischen Telefongesellschaft Vodafone oder der spanischen Telefónica. Beide haben sich schon länger die besten Firmen in wachsenden Märkten außerhalb ihrer Heimat gesichert.“ Die Telekom sei zu lange mit sich beschäftigt gewesen, jetzt fehlten attraktive Ziele. „Der Einstieg bei OTE und Gerüchte um eine Beteiligung an Sprint Nextel haben zu Kursabschlägen geführt. In Wachstumsfeldern wie Internetwerbung mangelt es an Schlagkraft. Obermann darf keinesfalls langsamer werden.“
Obama geniale Geldmaschine
» The Atlantic führt den bisherigen Erfolg von Barack Obama auf dessen „Geldmaschine“ zurück. „Obama wäre nicht dort, wo er heute steht, besäße er nicht eine außergewöhnliche Fähigkeit, große Summen hervorzulocken“, schreibt das Magazin – bislang habe Obama eine viertel Milliarde Dollar an Wahlkampfspenden eingeworben und so die „mächtigste demokratische Familie dieser Generation“, die Clintons, in den Schatten gestellt. Der Präsidentschaftskandidat habe eine „Spendensammel-Maschine“ in Gang gesetzt, die sich von seinen Vorgängern unterscheide: Sie ziehe kleinere und größere Spender an, solche, die Geld ausgeben und jene, die Spenden einwerben möchten, Veteranen-Aktivisten und erstmalige Beiträger sowie Unterstützer, die ausgezeichnet vernetzt seien per Computer, Telefon und PDAs. Obama agiere äußerst effektiv: Im Februar seien 55 Millionen Dollar auf sein Wahlkampfkonto geflossen, davon 45 Millionen Euro über das Internet – ohne dass Obama auch nur eine an einer Spenden-Sammelaktion teilgenommen habe. Dies habe Obama in erster Linie der Unterstützung durch Silicon Valley-Unternehmer und Geldgeber zu verdanken, die ihre eigenen Technologie- und Geschäftspraktiken in die Politik transferiert hätten. Dreh- und Angelpunkt sei die Webseite My.BarackObama.com, die technologisch weit vor den Seiten der Wettbewerber liege und vom Trend der Sozialen Netzwerke profitiere.
Blonde Geheimwaffe von John McCain
» Newsweek stellt die Geheimwaffe von US-Präsidentschaftskandidat John McCain vor: Carly Fiorina, Ex-Chefin von Hewlett-Packard, die seit März als wirtschaftspolitische Beraterin von McCain arbeite. Anfangs habe die blonde Fiorina scheinbar eine ähnliche Rolle wie der damalige Goldman Sachs-Vizechef Robert Rubin an der Seite von Bill Clinton im Wahlkampf 1992 gespielt – Demokraten schmückten sich oft mit Wirtschaftsvertretern, reichen, erfolgreichen Leuten, die versicherten, dass der Kandidat ihre Bedürfnisse verstehe und ihnen nicht gefährlich werde. Republikaner hätten diese Dienste meist nicht nötig gehabt, wohl aber McCain: Wegen der Fiskalpolitik unter Bush seien viele CEOs zu den Demokraten übergelaufen; auf Republikaner reagiere man an der Wall Street inzwischen skeptisch; hinzu komme, dass McCain eingeräumt habe, dass Wirtschaftspolitik nicht seine Stärke sei. Fiorina passe vor diesem Hintergrund ideal zu McCain. Ihre Memoiren hießen „Harte Entscheidungen“ – ein Thema, über das McCain besonders gerne rede; sie sei eine moderate, der Globalisierung aufgeschlossene, in Kalifornien ansässige Frau, die vernünftig über Technologie nachdenke. Außerdem eigne sie sich als politischer Kampagnero, da sie eine „eloquente Verkäuferin“ sei.
Billigauto beflügelt indische Wirtschaft
Nachdem Bajaj Auto, Nissan und Renault ein Joint-Venture zur Produktion eines 2500-Dollar-Autos und Tata Nano-Rivalen bekannt gegeben haben, jubelt die indische » Economic Times. Dies sei einmal mehr ein Beleg für die zunehmende Kompetenz der Herstellung in Indien. Die Entwicklung eines ultrabilligen Autos in Indien werde dazu beitragen, dass der bislang geringe Anteil des produzierenden Gewerbes am Bruttosozialprodukt (17 Prozent) steigen und für mehr Beschäftigung sorgen werde. Hinzu komme, dass gerade die Herstellung solcher Billigautos zu effizienteren Herstellungsprozessen und Innovationen führen werde, von denen die gesamte heimische Autoindustrie letztlich profitiere.
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Der „Krebs der Wirtschaft“ bedroht China.

