Angst vor Stagflation in China
» China Daily beschreibt die schwierige Situation der chinesischen Wirtschaft, die gleichzeitig von einer Überhitzung und einem Abschwung in bestimmten Sektoren bedroht werde. Das „worst scenario“ sei eine Stagflation, die Kombination von Inflation und Stagnation – bislang gebe es in den ökonomischen Textbüchern kaum ein Medikament gegen diesen „Krebs der Wirtschaft“. Vor die Wahl gestellt, entweder das Wirtschaftswachstum zu stimulieren oder den Preisanstieg einzudämmen, sollten die Politiker für die erste Maßnahme votieren, rät das Blatt – dieses Ziel sei einfacher zu erreichen, als die Inflation herunterzuschrauben. Da die Preise für landwirtschaftliche Produkte auf absehbare Zeit weltweit ansteigen könnten – vielleicht sogar, ohne dass ein Ende in Sicht sei –, bleibe das Wirtschaftswachstum die einzige Wahl, da ein Eindämmen der Inflation eine „mission impossible“ sei.
Ende der Agrar-Subventionen
Nach der Sturmkatastrophe in Myanmar untersucht die » Japan Times die Nahrungsmittelversorgung in Asien, die „besorgniserregend, aber nicht zum Verzweifeln“ sei . Durch bessere landwirtschaftliche Produktionsformen sowie verbesserte Bewässerung könne die Getreideproduktion erhöht werden; der Widerstand in einigen Ländern gegen Gen-Saat werde zudem vermutlich schwinden und ermögliche neue Perspektiven. Wichtig sei in dieser Situation, sich den sowohl in Entwicklungs- als auch entwickelten Ländern erhobenen Forderungen, die eigene Landwirtschaft gegenüber dem Ausland stärker abzuschotten, zu widersetzen. „Das führt nur zu höheren Verbraucherpreisen und Handelskriegen; die weltweite Lebensmittel-Produktion wird dadurch nicht erhöht.“ Stattdessen müssten die Handelsbarrieren und die Agrar-Subventionen beseitigt werden. Außerdem spricht sich das Blatt dafür aus, die Doha-Runde wiederzubeleben und über die Liberalisierung des Agrarhandels zu diskutieren.
Fundstück: Die Maschine von La Mancha
» Le Monde blickt erstaunt nach Detroit, wo am Dienstag erstmals ein Roboter ein Orchester dirigiert habe. Asimo („Advanced Step in Innovative Mobility“), geboren in den Hi-Tech-Werkstätten von Honda, habe mit seiner Interpretation von „Der Mann von La Mancha“ für Euphorie im Publikum gesorgt, trotz einiger Probleme, die der erste Posaunist ausposaunt habe: Die Musiker hätten auf Asimo reagiert, der jedoch nicht auf die Musiker. Um tatsächlich die „Seele eines Chefdirigenten“ unter Beweis zu stellen, müssten die Maschinen noch fünf bis zehn Jahre weiterentwickelt werden. Bis dahin werde es auch automatisierte Musiker und ein Roboter-Publikum geben.
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