Airbus: Letzte Chance für Major Tom
Airbus hat erneut Verzögerungen bei der Auslieferung des A380 angekündigt. Die » Frankfurter Rundschau fragt mit Blick auf die „Salamitaktik“ von Airbus-Boss Tom Enders: „Wie ist Major Tom überhaupt auf die Kommandobrücke gekommen?“ – aus Proporzgründen, denn bei der Airbus-Mutter EADS hätten letztlich die Regierungen in Paris und Berlin das Sagen. Jetzt werde klar, dass sich Airbus mit dem „Protzprojekt, mit dem Politiker diesseits und jenseits des Rheins es den Amerikanern mal zeigen wollten“, übernommen habe. „Es läuft darauf hinaus, dass mit dem A380 niemals Geld verdient werden kann.“ Durch den großen politischen Einfluss relativiere sich zwar die Verantwortung von „Major Tom“, dies reiche beim Major der Reserve, studierten Volkswirt und Politologen aber nur für mildernde Umstände. „Leistet sich Enders noch mehr Patzer, wird er in Berlin und Paris bald in Ungnade fallen. Es wäre ein Segen, wenn wenigstens sein Nachfolger Ahnung vom Flugzeugbau hätte.“
Crédit Agricole rudert zurück
Nachdem die größte französische Privatbank Crédit Agricole Abschreibungen bei der Investmentbank-Tochter Calyon in Höhe von 1,2 Milliarden Euro eingeräumt hat, rechnet die » Neue Zürcher Zeitung damit, dass Calyon-Chef Marc Litzler seinen Hut nehmen musss. Damit werde sich die Bank von der „exception culturelle française“ verabschieden, nach der Verantwortliche verschont bleiben, wenn etwas schiefläuft. Die Regionalbanken als Mehrheitsaktionäre hätten den Vorstoß in das internationale Investment Banking immer argwöhnisch beobachtet, weil sie befürchtet hätten, dass das traditionelle Bankengeschäft leiden könnte. „Nun müssen sie, nolens volens, neues Kapital aufbringen, denn wegen der genossenschaftlichen Struktur können sie sich nicht zurückziehen. Immerhin haben sie die Genugtuung, dass sich der Crédit Agricole wieder auf seine Kernexpertise konzentriert – der Schuster kehrt zu seinem Leisten zurück.“
Carl Icahn greift Yahoo an
Das » Wall Street Journal berichtet, dass der Investor Carl Icahn seit dem Rückzug von Microsoft 50 Millionen Yahoo-Aktien im Gegenwert von 1,3 Milliarden Dollar gekauft habe, um möglicherweise einen Proxy-Kampf zur Abwahl des Firmenmanagements anzuzetteln – am Donnerstag läuft die Frist zur Nominierung von Kandidaten für den Yahoo-Verwaltungsrat aus. Noch sei unklar, ob der Milliardär das zehnköpfige Gremium komplett oder nur teilweise aus dem Amt drängen wolle. „Die Strategie von Icahn erscheint clever“, kommentiert » AllThingsD, das Tech-Blog des WSJ. Der Investor agiere ähnlich wie seinerzeit beim BEA Systems-Oracle-Kampf und wolle vermutlich nur ein paar Verwaltungsratssitze ergattern, um Yahoo schließlich zum Verkauf des eigenen Unternehmens an Microsoft zu zwingen.
Der Sumpf von Private Equity
» Newsweek zeigt, wie sich Detroit allmählich zu einem „Sumpf“ für die Private Equity-Branche entwickelt. Nachdem Firmen wie Carlyle, Blackstone und Investoren wie Carl Icahn in den vergangenen Jahren peu à peu rund ein Viertel der Auto-Zulieferer sowie, wie bei Cerberus/Chrysler der Fall, sogar die Autobauer der Stadt ins Visier genommen haben, um der „engstirnigen US-Autoindustrie“ zu demonstrieren, wie sie erfolgreich saniert werden kann, habe sich der Wind gedreht. Durch die steigenden Benzinpreise, die mangelnden Kredite und den zunehmenden Einfluss der Gewerkschaften sehe das „smarte Geld“ nicht mehr ganz so smart aus. Besonders düster seien die Aussichten für Cerberus: Der Absatz von Chrysler sei seit Jahresbeginn um 18 Prozent eingebrochen, Streiks legten die Fabriken lahm, außerdem stecke der 2006 von General Motors übernommene Finanzdienstleister GMAC wegen des Engagements auf dem Auto- und Immobilien-Markt tief in der Krise.
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