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26.03.2008 

Eine Form von prominenter Altersschwäche

Die » Herald Sun aus Melbourne spricht Alan Greenspan das Recht ab, sich zu den Ursachen der aktuellen Krise auszulassen. Denn er habe diese durch seine jahrelange Niedrigzinspolitik als US-Notenbankchef „möglicherweise aufgrund einer besonderen Form von prominenter Altersschwäche“ befördert: „Die Zinsen standen zu lange auf einem zu niedrigen Niveau.“ Als die Zinsen dann endlich wieder anzogen, sei dies explosionsartig geschehen – was in einer außergewöhnlichen Belastung für die Darlehensnehmer resultiert habe. Was nicht habe passieren dürfen, sei passiert – „dank der Kombination aus Unfähigkeit und nonchalantem Unverständnis auf seiten der Fed und Gier und Dummheit auf seiten der Wall Street.“

JP Morgan hatte nichts zu verlieren

Das Finanzportal » Motley Fool kommentiert das neue Angebot von JP Morgan Chase für Bear Stearns: Statt zwei sollen nun zehn Dollar pro Aktie fließen. Doch allein die Tatsache sollte nicht dazu verleiten zu glauben, alle Risiken, die dem Bankensystem innewohnen, seien nun ausgeräumt. „JP Morgan hat sein ursprüngliches Angebot nach oben angepasst, weil die Firmenanwälte den Deal vermasselt haben“, glaubt Motley Fool. Die Bear-Aktionäre hätten mit Revolte gedroht, zudem habe die Fed die Finanzspritze von 30 Milliarden Dollar bereits fest zugesagt. „JP Morgan hatte nichts zu verlieren – und konnte deshalb eine weitere Milliarde Dollar riskieren.“ Bei Misslingen stehe der Steuerzahler ja bereit, um die Rechnung zu übernehmen.

Irakkrieg schwächt US-Wirtschaft

Die » Financial Post aus Kanada sieht im Irakkrieg einen Hauptgrund für die US-Wirtschaftskrise. Laut Umfragen machten mittlerweile 70 Prozent der Amerikaner den Einsatz im Irak für die schlechte wirtschaftliche Lage verantwortlich. „Der Krieg sollte 50 Millarden Dollar kosten, diese Summe verschlingt er nun alle drei Monate.“ Im Gegensatz zu Vietnam kurbele der Irakkrieg auch nicht die Wirtschaft an, weil ihn das Land über ausländische Kredite finanziere. „Milliarden von Dollar fließen an ausländische Kreditgeber – und werden noch für Jahrzehnte fließen, falls auch künftig kriegstreiberische Republikaner gewählt werden“, prophezeit das Blatt. Doch selbst wenn im Herbst ein Demokrat Präsident werde und die amerikanischen Truppen zurückhole, sei der Irakeinsatz mit geschätzten 875 Milliarden Dollar bereits jetzt kostspieliger als der Vietnamkrieg. Dieser hatte mit 670 Milliarden Dollar zu Buche geschlagen.

Übersteigerte Gewinnanreize

Die » Business Times aus Singapur sieht die Ursachen der gegenwärtigen Kreditkrise in übersteigerten Gewinnanreizen, denn „alles läuft letztlich darauf hinaus, was für Profite locken.“ Wenn der Finanzmarkt boome, profitiere die Dienstleistungsbranche unverhältnismäßig, weil die Finanzindustrie so strukturiert sei, dass sie kurzfristige Gewinne honoriere. Das erkläre das Geschäftsgebaren der Finanzprofis: Erst würden große Summen investiert, bei Erfolg gingen die „wildesten Träume“ in Erfüllung, bei Misserfolg würden „Investoren, Steuerzahler oder die Zentralbank zur Rettung eilen“. Die Konsequenz seien lediglich einige arbeitslose Banker. Auch die Lohntüten der Führungskräfte der Finanzindustrie gehörten auf den Prüfstand, fordert das Blatt. Ein Geschäftsführer sollte nur dann reich entlohnt werden, wenn er überragende Leistungen bringe und künftige Gewinne nicht durch die kurzfristigen Profite gefährde.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Fundstück: Buchhalter sind schon lange filmreif.

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