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18.10.2007 
Presseschau vom 18.10.2007

Die 100-Dollar-Marke im Visier

von Daniel Lenz und David Wengenroth

Die internationale Wirtschaftspresse spekuliert über die Entwicklung der Ölpreise. Die New York Times warnt vor einer neuen New-Economy-Blase. In Le Point schießt Laurent Fabius scharf gegen die französische Wirtschaftspolitik. Für das Financieele Dagblad ist das Zittern bei ABN Amro noch nicht vorbei. Fundstück: Kaufen Sie kein iPhone!

Nachdem der Ölpreis am Dienstag mit 88 Dollar pro Barrel ein Rekordniveau erreicht hat, forscht » Business Week nach den Preistreibern: Zwar trügen geopolitische Entwicklungen – besonders der Kurdenkonflikt in Nord-Irak – sowie die zunehmende Nachfrage auf dem Weltmarkt bei schrumpfendem Öl-Angebot zu den Rekordpreisen bei. Die größte Antriebskraft seien jedoch Hedge-Fonds, Investmentbanken und Institute wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley, die massiv in Öl investierten. „Ihr Gewicht auf dem Markt ermöglicht, die Preis-Effekte zu verstärken, die normalerweise auf Nachfrage- und Wetter- Prognosen sowie Geopolitik basieren.“ Nach Einschätzung eines Analysten könne die 100-Dollar-Marke pro Barrel schon bald geknackt werden. „Mit noch höheren Investments in Öl bei einem schwachen Dollar könnten wir diesen Stand schon bald erreichen“.

Die » BBC vermutet, dass neben dem türkisch-kurdischen Konflikt auch das iranische Streben nach Atomwaffen dazu führe, dass der Öl-Preis in die Höhe schnellt: In einem möglichen Showdown könnte der Iran seine Ölreserven als Faustpfand einsetzten. Außerdem sorge die zunehmende Nachfrage aus Ländern wie China und Indien für die Preissteigerungen. China habe Japan schon 2003 als weltweit zweitgrößter Öl-Konsument überholt und verkürze den Vorsprung der USA, mit jährlichen Nachfrage-Wachstumsraten von 15 Prozent.

Auch die » Wiener Zeitung fragt: „Durchbricht der Ölpreis bald die Marke von 100 Dollar je Fass?“ Wenn ein harter Winter komme, könne der Preis bald dreistellig werden, glaubt das Blatt. Andere Experten seien der Ansicht, dass bei 90 Dollar das Ende der Fahnenstange erreicht sein dürfte; „dann würden die Spekulanten ihre Gewinne mitnehmen.“ Für nächstes Jahr erwarteten deutsche Experten dann wieder Preise unter 75 Dollar.

Der » Guardian rekapituliert, dass sich die Ölpreise seit 2002 vervierfacht und allein in diesem Jahr um 40 Prozent erhöht haben. Die größten Auswirkungen habe der hohe Ölpreis im Transport-Sektor. In Großbritannien seien die Spediteure ohnehin verärgert, dass der neue Schatzkanzler und frühere Staatssekretär für das Transportwesen, Alistair Darling, damit gescheitert sei, weitere Steuererhöhungen aufzuhalten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Lustige Namen, wenig Umsatz – neue Dot-Com-Blase?

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