Neue Dot-Com-Blase
Die » New York Times fürchtet sich vor einer zweiten New-Economy-Blase. „Internetfirmen mit lustigen Namen, wenig Umsatz und wenigen Kunden verlangen hohe Preise“, schreibt die Zeitung. Demgegenüber zeigten Investoren, die offenbar die Schmerzen nach dem Platzen der ersten Dot-Com-Blase vergessen hätten, Symptome des „unvernünftigen Überschwangs“. Beispiele: Facebook stehe zwar nicht auf finanziell sicheren Beinen, sei aber angeblich 15 Milliarden Dollar wert – die Hälfte von Yahoo, obwohl Yahoo 38 Mal so viele Mitarbeiter habe und 32 Mal so viel verdiene. Google sei inzwischen mehr wert als IBM, obwohl der Umsatz der Traditionsfirma acht Mal höher sei. Ein Beleg der sich abzeichnenden Krise sei die Tatsache, dass Start-Ups Finanzspritzen dafür erhielten, ein Publikum aufzubauen – statt dafür, Geld zu verdienen. „Gier, Angst und der Rausch, den nächsten Gewinner herauszupicken, fachen das Feuer an, das das Silicon Valey wiederaufleben lässt“, kritisiert das Blatt.
Strategiefehler von Google und Microsoft
Was haben Google und Microsoft gemeinsam, fragt das » Wall Street Journal. Zum einen den „Fluch der Netzwerkeffekte“: Während Microsoft Dollar-Milliarden in Windows-Funktionen investiere, die vielen Nutzern nicht bekannt seien oder die nur die „Rückwärts-Kompatibilität“ älterer Programme und Geräte sicherstellten, gebe Google ähnlich hohe Summen für neue Server aus, nur um immer mehr uninteressante Internetseiten zu katalogisieren. Außerdem würfen beide Unternehmen viel Geld aus dem Fenster, nur um die eigene „privilegierte Existenz“ abzusichern – Microsoft mit der Xbox, dem Zune-MP3-Player oder dem MSN Internet Service, Google mit dem Kauf von Youtube oder Zusatzangeboten wie E-Mail-Service oder Business-Software, deren Erlöskraft fragwürdig sei. Diese Entwicklung sei kein Naturgesetz, sondern Folge der Corporate Governance. Statt die Gewinne an die Aktionäre auszuschütten, verprassten Firmen, in denen die Gründer weiter eine Kontroll-Funktion ausübten, ihre unnormal hohen Gewinne, in der Hoffnung, dass der „Blitz noch einmal einschlägt“.
Kritik an französischer Wirtschaftspolitik
Schwere Vorwürfe muss die französische Regierung für ihre aktuelle Wirtschaftspolitik einstecken: Wie » Le Point berichtet, hat Laurent Fabius den Haushaltsentwurf für 2008 als eine unglaubliche „Bürde, die die Regierung Sarkozy ihre ganze Legislaturperiode hindurch mit sich herumschleppen muss“ gebrandmarkt. Der ehemalige Finanzminister sieht in dem Entwurf nicht nur ein unverantwortliches Sparprogramm. Er beschuldigt das Kabinett auch, eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zu planen und eine massive Privatisierungswelle für das Frühjahr vorzubereiten. „Das ist reiner Anachronismus! All die Staaten, die heute erfolgreich sind, sind Staaten, die die öffentlichen Versorgungseinrichtungen eben nicht in den Schornstein geschrieben haben“, schimpft der Politikveteran. Die möglichen Folgen für Frankreich seien ein Maximum an Risiken und ein Minimum an Chancen.
Zittern bei ABN Amro
Nach Monaten des Wartens herrsche nun endlich Sicherheit über die Zukunft von ABN Amro, schreibt das » Financieele Dagblad. Die wichtigste Seite an der Fusion sei für den niederländischen Zweig die Fusion mit Fortis. Doch gleichzeitig befürchtet das Blatt, dass jetzt die Unsicherheit erst recht beginne, vor allem für die Mitarbeiter. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Fusion liege allein bei den Managern. Die Mitteilung von Fortis, dass die „Entflechtung“ von ABN Amro minimal drei Jahre dauere, lasse das Schlimmste fürchten: Drei Jahre seien viel zu lang, außerdem sei eine Entflechtung etwas anderes als eine Integration.
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