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01.07.2008 

Kanadas Wirtschaft muss global denken

Der Toronto Star aus Kanada schwört seine Landsleute darauf ein, auch mal Nein zu Übernahmeangeboten aus dem Ausland zu sagen. "Vor einem Jahr jammerten die Kanadier, weil sie angesichts diverser Übernahmen eine Aushöhlung der kanadischen Wirtschaft befürchteten: Unternehmen wie Inco, Alcan, Westcoast Energy, Dofasco, Four Seasons Hotels oder Falconbridge sollten damals ausländischen Multikonzernen zugeschlagen werden." Nun habe eine Kommission ihre Ergebnisse einer dazu in Auftrag gegebenen Studie vorgelegt. Die wichtigste Empfehlung der Kommission: "Wenn Kanada beim Ausbau starker, innovativer Firmen besser werden und Jobs langfristig sichern will, muss es eher eine globale als eine nordamerikanische Haltung einnehmen." Um einem "Ausverkauf" entgegen zu wirken, müsse die Politik deshalb Anreize schaffen, damit starke kanadische Wettbewerber wie Bombardier, Manulife Financial, RIM, SNC-Lavalin and Magna International ihren Hauptsitz in Kanada behielten bzw. ausländische Firmen in Erwägung ziehen, ihren Hauptsitz dorthin zu verlagern.

Mexikaner wollen kein privates Öl

La Jornada aus Mexiko kommentiert die Pläne der Regierung, wichtige Teile der Ölindustrie in private Hände zu übergeben. Das Thema sei im ganzen Land von den Bürgern kritisch diskutiert worden. Das Ergebnis: Die Mexikaner seien gegen eine Privatisierung. Eine Entscheidung der Regierung für die Privatisierung würde also nicht der Meinung des Volkes entsprechen, sondern die ohnehin seit Regierungsbeginn schwache Legitimität des Kabinetts weiter untermauern. Ein Zustimmen seitens der Regierung könne folglich nur für die große Macht der internationalen Energieindustrie sprechen.

Englands Zukunft hängt an Heathrow

In einem Gastkommentar für die Londoner Times plädiert Richard Branson für den Neubau einer dritten Landebahn für Londons Flughafen Heathrow. "Heathrow hatte bereits 1947 seine dritte Landplan, doch die musste den Terminals 1, 2 und 3 weichen. Inzwischen ist die Frage, ob die dritte Bahn kommen soll oder nicht zum Gegenstand politischer Ränkespiele geworden. Doch es darf keine andere Entscheidung geben als für diese Landbahn", warnt der Virgin-Boss. Der Flugverkehr werde in den nächsten vierzig Jahren weiter zunehmen, Europa werde einer der wichtigsten Umschlagplätze bleiben. Würde Heathrow die dritte Landebahn verwehrt, baue sie ein anderer Flughafen, Amsterdam, Frankfurt, Berlin oder Madrid. "Aber will Großbritannien tatsächlich seine Bedeutung für den Flugverkehr verlieren und Tausende Jobs riskieren? Will sich das Land isolieren?" Exporte könnten in der Folge zurückgehen, Firmen würden ihre Geschäftssitze in Länder verlagern, die zu Investitionen in neue Kapazitäten und Infrastruktur ermunterten. "Und auch die anderen britischen Flughäfen würden sinkende Fluggastzahlen registrieren, die Wirtschaft vor Ort würde einbrechen", skizziert Branson das Schreckenszenario. Komme die dritte Landebahn nicht, würde Heathrow vor allem eins werden: Ein Symbol für Großbritanniens wirtschaftlichen Niedergang.

Siemens kämpft den Kampf aller Deutschen

Verständnis für den Plan des Siemens-Konzerns, 17.000 Arbeitsstellen weltweit abzubauen, bekundet Les Echos. "Peter Löscher, der erst seit knapp einem Jahr an der Spitze des Unternehmens steht, will und muss die Wettbewerbsfähigkeit des Weltführers Siemens in diversen Industriezweigen stärken", argumentiert das französische Wirtschaftsblatt. Und die stehe tatsächlich auf dem Spiel: Siemens konkurriere mit General Electric - ein Unternehmen, das eine höhere Produktivität pro Arbeiter aufweise. Zudem setzten die Lohnerhöhungen in China und Indien Siemens unter Druck. "Im Grunde genommen kämpft Siemens den Kampf, den das ganze Land derzeit führt: Es hat sich selbst vor zehn eine Schocktherapie verordnet, mit schwierigen Reformen, sowohl staatlichen als auch wirtschaftlichen. Es ist der Kampf Deutschlands um die Position des weltweit größten Exporteurs." Siemens sei zu wünschen, dass die deutschen Politiker nicht mit aller Gewalt über das Unternehmen herfielen - so wie es für ein französisches Unternehmen mit einem ähnliche Plan durchaus zu erwarten wäre.

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