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13.05.2008 

Harte Zeiten für Japans Mittelstand

Die » Japan Times sorgt sich um die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Land. Denn das Weißbuch der japanischen Wirtschaft prognostiziere „harte Zeiten“. Während die Rentabilität der Wirtschaft langsam zunehme, werde die Lücke zwischen kleinen bzw. mittelständischen und großen Unternehmen immer größer. Grund sei u.a. die sinkende Binnennachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern. Außerdem hätten die hohen Ölpreise die Gewinne bei etwa 90 Prozent dieser Unternehmen reduziert. Ihr technischer Standart sei zwar ziemlich hoch, doch die Arbeitsproduktivität im Vergleich zu großen Firmen um etwa 40 Prozent niedriger. Laut Weißbuch könnten die Nutzung von Informationstechnologien und die Pflege ausländischer Märkte hilfreich sein, aber auch neue Geschäftsideen. „Schon allein der Entschluss, jede Chance zu ergreifen und einmal anders zu denken, kann jedem Unternehmen helfen.“

Nano ist genial, aber bald nicht mehr konkurrenzlos

Die Geschichte der Entwicklung des weltweit billigsten Autos ist nach Meinung von » BusinessWeek eine Geschichte von Innovation und Genialität. 2003 habe Ratan Tata das „Volksauto“ als Ziel vorgegeben, der damalige Prototyp sei aber nicht umsetzbar gewesen. „Doch Tata ließ nicht locker: Er scharte alle Zulieferfirmen um sich und bat sie, ihm zu helfen. Anfangs belächelten sie das Projekt, doch als er darauf hinwies, dass sie ihre preisgünstigen und innovativen Lösungen für den Nano auch für sich selbst nutzen konnten, zogen sie mit: Nahezu jeder schaffte es, das von Tata gesetzte Kostenlimit einzuhalten.“ Dann habe Tata 500 Ingenieure mit der Zusammensetzung der Teile beauftragt und jedem die Verantwortung für einen Teil des Autos übergeben. „Diese Detailarbeit zahlte sich aus.“

Konkurrenz bekommt der Nano aus dem eigenen Land: Wie » Le Point aus Frankreich berichtet, habe sich Renault-Nissan mit dem indischen Konstrukteur Bajaj auf ein Joint Venture zur Entwicklung eines Billigautos zum Preis von 2.500 US-Dollar geeinigt. Das Unternehmen solle zu 50 Prozent Bajaj gehören, Renault und Nissan je 25 Prozent halten. Das Auto mit dem Projektnamen ULC werde in Indien gebaut, geplant seien 400.000 Autos pro Jahr, ab 2011. „Dies ist nicht nur ein Angriff auf Ratan Tatas Billigauto Nano, das ab kommenden Herbst für 2.400 US-Dollar auf den Markt kommen soll und von dem Tata 100.000 Stück pro Jahr bauen will. Das Joint Venture hat auch Potenzial für andere Märkte in der Welt.“

Italien steht vor einem absoluten Alptraum

Schwere Zeiten sieht » Il Velino für Italiens Wirtschaft heraufziehen: Die Staatsschulden seien in nur zwei Monaten um 27 Milliarden Euro auf ein neues Hoch von 1.623,66 Milliarden Euro angewachsen – und damit außer Kontrolle geraten. „Dieses neue Schuldenhoch steht nicht nur als negativer Wert gegen eine mögliche Erholung der italienischen Wirtschaft, es stellt für den neuen Wirtschaftsminister Giulio Tremonti einen absoluten Alptraum dar.“ Die erdrückende Zinslast werde nun von 73 auf 75 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Zwar seien die Staatseinnahmen um 8,65 Prozent auf 85.634 Milliarden Euro gestiegen, dafür aber die Produktivität im Land – eines der zentralen Probleme Italiens – abermals um 0,2 Prozent zurückgegangen. Und die Prognosen zum Wirtschaftswachstum seien mit +0,3 Prozent alles andere rosig.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Warum das Internet von den teuren Ölpreisen profitiert.

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