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15.05.2008 

Generika-Unternehmen in der Bredouille

» Le Monde aus Frankreich analysiert die diffizile Situation französischer Generika-Unternehmen. Grundsätzlich sei es für die Firmen schwierig, auf dem Markt Marken zu etablieren, auf dem sie keinen direkten Kontakt mit dem Patienten hätten – der Apotheker schlage dem Kunden vor, ein Generikum statt eines Originalproduktes zu kaufen, und wähle in einem zweiten Schritt eines von 15 Präparaten aus. Vor diesem Hintergrund hätten die Generika-Hersteller viele Jahre versucht, mit hohen Rabatten von bis zu 45 Prozent des Verkaufspreises die Apotheker zu ködern. Dann habe die Regierung die Rabatt-Obergrenzen erst auf 20 und dann auf 15 Prozent gesenkt, um schließlich das im Einzelhandel gängige System der Nachmargen („marges arrières“) – von Produzenten und Lieferanten jährlich ausgeschüttete Rückvergütungen an die Händler – komplett zu untersagen. Generika-Unternehmen verstärkten jetzt das Marketing. Biogaran habe sogar eine DVD für Kinder produziert, die an Schulen und in Apotheken verteilt werde, um die Nachahmerprodukte populärer zu machen.

Schluss mit der US-Trauerstimmung

Das » Wall Street Journal stellt sich gegen das Finanzkrisen-Lamento der internationalen Wirtschaftspresse. „Der gegenwärtige finanzielle Morast ist tief und schmerzhaft, keine Frage. Aber es gibt etwas Verblüffendes und Verstörendes an der Trauerstimmung, die die Wall Street und das gesamte Land erfasst hat“, schreibt die Wirtschaftszeitung. Angesichts der Arbeitslosenquote von fünf Prozent, einer Inflationsrate von vier Prozent sowie dem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent gebe es zwar aktuell kaum etwas zu feiern. Andererseits sei die Statistik weit von den Wirtschaftskrisen im 20. Jahrhundert entfernt. Zwischen 1929 und 1932 sei der Dow Jones-Index um 89 Prozent von 380,33 auf 41,22 Punkte gesunken – dagegen sei ein aktueller 20-Prozent-Verlust bei den Hauptindices kaum der Rede wert. „Die Alternative zu schmutzverkrusteten Gläsern ist nicht eine rosarote Brille, aber eine größere Gelassenheit gegenüber unseren Schwächen und Stärken würde schon viel helfen.“

Die Gewinner des Irak-Kriegs

Die spanische Zeitung » La Vanguardia hat mit dem amerikanischen Journalisten Jeremy Scahill gesprochen, der gerade ein Buch über die Sicherheitsfirma Blackwater veröffentlicht hat. Blackwater bietet den USA Dienstleistungen in Konfliktzonen an, sei es in Bagdad nach dem Irak-Krieg oder in New Orleans nach dem Wirbelsturm Katrina. Die zunehmende Privatisierung der Kriege habe zu einem Boom privater Sicherheitsdienste geführt und den großen Firmen eine gewaltige Macht beschert, meint Scahill. Mit einem eigenen CIA habe sich Blackwater innerhalb von zehn Jahren zu einem der zentralen Akteure der amerikanischen Kriegsmaschinerie entwickelt und längst Aufgaben übernommen, die früher in den Händen der Regierung gelegen hätten. Sicherheitsfirmen wie Blackwater, KBR, Dyncorp oder Halliburton seien die Gewinner des Irak-Krieges, die irakische Bevölkerung und die USA die Verlierer.

Fundstück: Rettet die Liberalen!

In der » Welt glossiert Hans Zippert den Masterplan der Nabu zur Erhaltung der biologischen Vielfalt – besonders besorgt seinen die Naturschützer, da es von einigen seltenen Arten, wie dem tollpatschigen Westerwelle, dem umtriebigen Wowereit oder dem majestätischen Olevonbeust, wahrscheinlich nur noch jeweils ein Männchen gebe; außerdem sei die gesamte Gattung der Liberalen akut vom Aussterben bedroht. „Immer häufiger fallen wehrlose Liberale Stimmenräubern wie den gut getarnten Linken zum Opfer, die als Kulturfolger verstärkt aus dem Osten in den Lebensraum der Liberalen eindringen. Durch das Aufbauen von unüberwindlichen Fünfprozenthürden in den Städten, aber auch auf dem flachen Land sei es den früher so zahlreichen Liberalen unmöglich, ausreichend Nahrung aufzunehmen.“ Empfehlung der Nabu: „Wer im Herbst einen entkräfteten Liberalen im Garten finde, solle den putzigen Gesellen wiegen und gegebenenfalls hochpäppeln. Ein Liberaler müsse sich ordentlich Speck für den parlamentarischen Winterschlaf anfressen.“

Für Handelsblatt.com zusammengestellt von » ecolot.de

Mitarbeit: Charlotte Bartels.

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