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16.07.2008 

Dramatische Insolvenz von Martinsa Fadesa

Die Insolvenzerklärung des Immobilienkonzerns Martinsa Fadesa verschärft das Drama der spanischen Immobilienbranche, kommentiert Expansión. "Die Insolvenz verdeutlicht bis ins kleinste Detail, wovor Experten in den letzten Monaten gewarnt haben: die Vereinbarungen mit den Banken zur Refinanzierung von Immobiliengeschäften bedeuten im Krisenfall eben keinesfalls eine Überlebens-Garantie, sondern seien lediglich eine Sauerstoffblase verknüpft mit der Hoffnung, dass sich der Markt bald wieder erholt". Zwar investiere Martinsa Fadesa in viele verschiedene Wirtschaftsbereiche und besitze auf dem Papier ein Vermögen von über elf Milliarden Euro - im Vergleich zu 5,2 Milliarden Euro Schulden. Das sei allerdings die reine Theorie. In der Praxis verschlinge das krisengeschüttelte spanische Geschäft aufgrund des Wertverfalls seiner Immobilien und Grundstücke den vorhandenen Überschuss. "Für Martinsa Fadesa und den Rest des Immobiliensektors werden nun die schlimmsten Befürchtungen wahr", fürchtet Expansión.

Gazprom nimmt Europa in die Zange

Europa könnte bei der Gasversorgung bald noch abhängiger von Gazprom werden, schreibt die Nesawissimaja Gazeta aus Russland. Der Konzern plane, seine Präsenz in Nordafrika deutlich zu erhöhen, einer Region die bisher mit Gazprom um Abnehmer in Europa konkurriert habe und für die Europäer als wichtige Alternative zu Russland galt. Vor Kurzem wurde bekannt, dass Lybien zusammen mit Gazprom eine Pipeline nach Europa bauen wolle. Auch wurde im Juli eine Kooperationsvereinbarung zwischen Gazprom und dem algerischen Gaskonzern Sonatrach unterzeichnet, die für Gazprom eine Beteiligung an der Transsahara-Pipeline in Aussicht stelle. Für Europa sei diese Situation äußerst unangenehm. Gazprom und Sonatrach hätten zusammen einen Anteil von 35 Prozent an dem europäischen Gasverbrauch. Nun könnten die Konkurrenten zu Partnern werden, was deren Einfluss vergrößert, schreibt das Blatt.

Heißer Winter in Großbritannien

Der britische Independent schildert die diffizile Lage der britischen Finanzpolitik unter dem Einfluss der Inflationsspirale. Angesichts der Perspektive, dass die Inflationsrate bis Jahresende auf vier Prozent ansteigen könnte, müsste die Bank of England unter normalen Umständen die Leitzinsen anheben, um die Inflation "aus dem System zu pressen". Gleichwohl wären die Auswirkungen laut Independent unklar, da die Ursachen der Preissteigerungen außer Reichweite lägen und außerdem das Absinken der Immobilienpreise beschleunigt werden könnte. Noch hätten die Zentralbank sowie das britische Schatzamt dringende Entscheidungen aufgeschoben - aus Hilflosigkeit und mit der Hoffnung, dass die Kreditkrise und Inflationswelle bald entschärft werden können. Im Herbst jedoch werde der Handlungsdruck vor dem Hintergrund der anstehenden Tarifrunden zunehmen. "Auch ohne Streiks droht ein Winter der Unzufriedenheit", warnt das Blatt.

US-Hypothekenbanken verstaatlichen

Die Asahi Shimbun fordert, dass die US-Regierung mit allen Mitteln den Kollaps der US-Hypothekenbanken Fannie Mae and Freddie Mac verhindern müsse - andernfalls drohe dem globalen Finanzsystem ein Chaos, das zu einem verheerenden Crash des Dollars führen könne. Dabei müssten alle Optionen, auch eine Verstaatlichung der Hypothekenfinanzierer, in Betracht gezogen werden. Als Abschreckung erinnert die japanische Zeitung an den öffentlichen Widerstand gegen die Rettung angeschlagener japanischer Banken mit Hilfe von Steuergeldern. "Dies hat zu schwerwiegenden Verzögerungen bei der Reaktion der Regierung auf die Probleme geführt, was wiederum im Ausland zu der Kritik geführt hat, dass Japan zu wenig tue und zu spät handele", rekapituliert die Asahi Shimbun. Jetzt drohe Washington den gleichen Fehler zu begehen. "Eine Finanzkrise in den USA beeinträchtigt zwangsläufig den ganzen Globus. Die US-Behörden haben eine Verantwortung, von Japans bitteren Erfahrungen zu lernen und rasch die fundamentalen Schritte zu unternehmen, um die Situation zu bereinigen."

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