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04.12.2007 
Presseschau vom 4.12.2007

Schwacher Yuan bedroht die Welt

von Daniel Lenz

Die internationale Wirtschaftspresse rückt das Verhältnis zu China in den Mittelpunkt und macht das Land der Mitte als größte Ursache für die Wirtschaftsprobleme aus. Die New York Times analysiert die „heftige Rückkehr“ der Subprime-Krise. Die Süddeutsche kritisiert die Mindestlohn-Politik der Regierung. Fundstück: Wer ist klein, schnell, ungeduldig und fleißig?

Welche Gefahren den globalen Finanz- und Wirtschaftsmärkten in Zukunft drohen, glaubt » Les Echos aus Frankreich zu wissen. Nicht das Risiko einer Rezession in den USA stelle die Welt vor neue Herausforderungen, sondern die sture Haltung Chinas. Zwei Szenarien zeichnet das Blatt: Entweder halte das Land an seiner starken Exportwirtschaft oder aber an der Unterbewertung des Yuans fest. Im ersten Fall trage China allein die Konsequenzen: Der Zufluss an Devisen wüchse in einem Maße an, dass die Verbraucherpreise explodierten; China würde dann mit einer Stagflation oder einer „zerstörerischen Inflation“ konfrontiert. Im zweiten Fall aber wäre die Weltwirtschaft betroffen – weil das US-Haushaltsdefizit wieder wachsen statt zurückgehen könnte, Lateinamerika von den globalen Märkten verdrängt werde und Europa erheblich leiden würde. „Vor einigen Jahren glaubte man noch, die USA seien die Ursache für die internationalen Wirtschaftsprobleme. Heute ist es China.“

Von „Made in China“ zu „Made by China“, beschreibt die spanische » La Gaceta de los Negocios die neue Richtung, die China nach dem Parteikongress eingeschlagen hat. Von der Fabrik der Welt entwickele sich China zur „Quelle von Kreativität und Innovationen“. 2007 werde das chinesische Bruttoinlandsprodukt das deutsche übersteigen – und doch erhalte China noch immer Entwicklungshilfe. In nur einem Jahrzehnt hätten einst marode Staatsunternehmen wie China Mobile, Sinopec oder die Bank of China Plätze im Fortune-500-Ranking der umsatzstärksten Unternehmen der Welt ergattert.

» Le Monde analysiert die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen. Nicht nur China habe das Treffen zwischen dem Dalai Lama und Angela Merkel verärgert, sondern auch Vertreter der deutschen Wirtschaft. Was Helmut Kohl und Gerhard Schröder erfolgreich aufgebaut hätten – Deutschland exportiere mittlerweile Güter im Wert von 72 Milliarden Dollar in das Reich der Mitte –, könnte die Politik der Kanzlerin nun kaputt machen. „Wir müssen verhindern, dass die Tür nach China zuschlägt“, laute die Forderung deutscher Unternehmer hinter vorgehaltener Hand. Wie das gelingen könne, so die französische Zeitung, zeige Nicolas Sarkozy: Er sei mit Milliardenverträgen aus China zurückgekehrt, weil er eben nicht die Menschenrechte zum zentralen Thema seines Besuches gemacht habe. Die Vermutung der deutschen Presse, Sarkozy habe lediglich von der Verschlechterung der deutsch-chinesischen Beziehungen profitiert, weist das Blatt zurück. Im Gegenteil: „Deutschland profitiert von der Realpolitik des französischen Staatschefs – in Form von Verträgen für Airbus im Wert von zwölf Milliarden Dollar.“

Die » New York Times kritisiert Online-Firmen wie Yahoo, Google und Microsoft für ihre Geschäftspolitik in China. Die Internetfirmen hätten sich bislang nicht gegen die Zensur von Internetseiten durch die chinesische Regierung gewehrt. Wogegen sich Yahoo und Co. jedoch tatsächlich wehrten, sei die US-Gesetzesinitiative „Global Online Freedom Act of 2007“, nach der sich Firmen, die persönliche Daten zur Identifizierung von Menschen an Regierungen liefern, strafbar machten. „Das Gesetz gäbe US-Firmen zumindest einen Grund, warum sie Anfragen zur Übergabe von Daten ablehnen könnten, aber die großen Internetfirmen unterstützen es nicht. Das zeigt wiederum, wie wichtig ihnen die Macht der Information zur Befreiung der Welt ist“, bilanziert die New York Times.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Spielebranche wiederholt Entwicklungen der Musikindustrie.

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